Der Tarifvertrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung im Sozial- und Erziehungsdienst wurde gemeinsam erstritten. In vielen Kommunen beginnen nun die Aktivitäten zu dessen Umsetzung.
In Köln Mülheim, einem sozialen Brennpunkt, streikten 100 Kolleginnen und Kollegen aus den Sozialen Diensten am 28. Mai. Sie informierten über die Situation vor Ort und machten ihre Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen, einem Gesundheitsschutz und besserer Bezahlung auch in einem Lied deutlich.
Am 28.5. haben die Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes in der Kasseler Innenstadt ihre Arbeitsbedingungen mit Spielen und Aktionen dargestellt. Die Erzieherinnen und Erzieher stellten in selbst genähten Kostümen und mit Sandpuppen Ihre Arbeitsbedingungen den Passanten vor.
Die Puppen hatten das Gewicht von 3-4 Jährigen Kindern (11 – 14kg) und wurden auch Passanten zum Tragen in die Arme gelegt. Die Bürger hatten großes Verständnis und ließen sich gern auf Gespräche ein. Viele nahmen sie auch mal in den Arm. Die Sozialarbeiterinnen/Sozialarbeiter trommelten in der Innenstadt und verteilen ein Flugblatt, dass auf Ihre Arbeitsfelder hinwies. Außerdem konnte man mit dem Gehalt eines Sozialpädagogen/in Monopoly spielen. Ein selbst erstelltes Spiel.
Fotos: Aydan Karakas-Blutte
Eine Vielzahl an Erzieherinnen und Erziehern sowie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagen trafen sich am 28. Mai zu einer Streikaktion in Chemnitz. Die Kolleginnen und Kollegen demonstrierten für mehr Anerkennun ihrer Berufe, die mit einer betrieblichen Gesundheitsförderung und einer neuen Entgeltordnung verbunden ist.
Gut 150 Beschäftigte aus Saarlouis, Völklingen, Heusweiler, Püttlingen und Bous trafen sich am 28. Mai zu einer zentralen Streikaktion in Saarlouis. Die gute Streikbeteiligung zeigt auch hier, dass die Kolleginnen und Kollegen aus den Sozial- und Erziehungsdiensten über die mangelnde Verhandlungsbereitschaft der VKA verärgert sind.
Unter dem Motto "Sozialpädagogen wollen nicht baden gehen" machten Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen am 28. Mai auf ihre Situation aufmerksam.
Am 27. Mai haben abermals Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienst, d.h. die Beschäftigten in den Kinder-tageseinrichtungen, der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Familien- und Elternberatung der Kreise Pinneberg sowie Steinburg ihre Arbeit für einen Tarifvertrag Gesundheitsschutz niedergelegt.
Während der zentralen Kundgebung in Kellinghusen betonten die Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienst der Stadt Kellinghusen, Jochen Oelrich und Karsten Hanstein, noch einmal: „Soziale Arbeit ist mehr Wert und darf nicht Krank machen!" Weiterhin richtete auch Astrid Thie, Personalrätin der Stadt Itzehoe, das Wort an die Teilnehmenden: "Bei steigender Belastung, kann auch eine angemessenere Bezahlung eine Aufwertung der sozialen Berufe bedeuten."
Bei der zentralen Kundgebung versammelten sich circa 50 Beschäftigte aus den betroffenen Bereichen sowie Eltern und Interessierte Bürger. Abgerundet wurde die Kundgebung von teilnehmenden Kitas + Kinder der Stadt Kellinghusen, welche die Veranstaltung als Ziel ihres Tagesausflugs nutzten.
Am 27. Mai trafen sich die Kolleginnen aus Rastatt und Gaggenau vor der Kinderschule Amalie Struwe zum Streikposten um von dort aus nach Karlsruhe zur gemeinsamen Kundgebung auf dem Marktplatz zu fahren. Die Pforzheimer Kolleginnen und Kollegen trafen sich vor dem Rathaus und haben im Rathaus lautstark eine Resolution abgegeben, die OB Augenstein war leider nicht zu sprechen, ein Vertreter hat die Resolution dann aber entgegen genommen, danach ging es auch nach Karlsruhe zur Demo und Kundgebung. In Karlsruhe zogen ca. 200 Kolleginnen und Kollegen vom ver.di Haus zum Marktplatz zur Kundgebung.
Am 27. Mai 2009 demonstrieren in Braunschweig über 2000 Beschäftigte für einen Tarifvertrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Aus Hannover, dem Umland Hannovers, Göttingen, Wolfenbüttel, Peine und Wolfsburg sind sie mit Bussen angereist, um gemeinsam mit den Braunschweigern auf ihre berechtigten Forderungen aufmerksam zu machen. In Niedersachsen streiken heute über 3500 Beschäftigte aus dem Sozial- und Erziehungsdienst.
Siegfried Sauer, Landesbezirksleiter ver.di: „Ich fordere die kommunalen Arbeitgeber auf, die Beschäftigten nicht länger mit Abmahnungen oder gar fristlosen Kündigungen zu bedrohen, wie es eine Reihe von Bürgermeistern getan hat. Stattdessen sollten sie endlich die berechtigten Interessen der Erzieherinnen und Sozialarbeiter nach einem besseren Gesundheitsschutz anerkennen und ein verhandlungsfähiges Angebot für einen Tarifvertrag unterbreiten. Die Bedrohung der Beschäftigten mit Abmahnungen und Kündigungen hat mit dazu geführt, dass wir heute eine so hohe Streikbeteiligung erreicht haben."
Fotos: Thomas Langreder
Eine Podiumsdiskussion mit Regionalpolitikern aus Saarbrücken (u.a. Ralf Latz - SPD, Lothar Schnitzler - Die Linke, Dr.Christel Weins - CDU und Friedhelm Fiedler - FDP) gab es am 27. Mai in der Saarbrücker Bahnhofstraße im Zuge einer Streikaktion. Viele Beschäftigte aus den Sozial- und Erziehungsdiensten nutzten die Veranstaltung, um ihre Forderungen gegenüber den Politikern zu verdeutlichen. Zusammen mit Ursel Staub, Alfred Staudt und Stefan Schorr (ver.di) machten sich die Kolleginnen und Kollegen für eine betriebliche Gesundheitsförderung stark.
Fotos: Stefan Schorr
Im Rahmen des Streiks fand am Mittwoch von 10.00 - 18.00 Uhr am Erlanger Hugo eine Aktion der städtischen Jugendsozialarbeit statt. Ein ausgebauter Bauwagen wurde aufgestellt und die streikenden Erzieher und Sozialpädagogen haben zusammen mit Erlanger Jugendliche ihre Arbeit öffentlich dargestellt. Es fand z.B. "der Mädchentreff", "Lernen nach Eins", "Fit für den Quali" statt. Damit wurde die Bedeutung der Jugendsozialarbeit und damit auch die Berechtigung der gewerkschaftlichen Forderungen aufgezeigt. Zusätzlich wurden Informationen zu den tariflichen Forderungen verteilt und Unterstützungsunterschriften gesammelt.
Standfestigkeit beweisen die Kolleginnen und Kollegen aus Offenbach, die am 27. Mai vor dem Offenbacher Rathaus eine Streikaktion starteten. Mit selbst angefertigten Transparenten verdeutlichten sie einmal mehr ihre Forderungen.
Mit Trillerpfeifen und Transparenten ziehen Erzieherinnen durch die Städte. Sie streiken für gerechtere Bezahlung und gesündere Arbeitsbedingungen. Betroffen sind von den Streiks viele Eltern, darunter auch einige in Peine. Die PAZ fragt bei Eltern, Verwaltung und Gewerkschaften nach.
Text: Jörg Schmidt und Tobias Mull
Artikel als PDF herunterladen
26. Mai - Impressionen aus Wuppertal
Originalton Frank Bsirske
"Der Streik geht weiter bis eine Einigung am Verhandlungstisch erzielt wird", betonte der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Frank Bsirske vor 10.000 Demonstrierenden bei einer Großkundgebung in Wuppertal. Er forderte die Eltern auf, gemeinsam mit den Erzieherinnen die Stadtspitzen und Parlamentarier in die Pflicht zu nehmen, um für gesellschaftliche Anerkennung und bessere Arbeitsbedingungen durch einen Gesundheitstarifvertrag zu sorgenDie Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber habe bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht auf die Forderung nach einem verhandlungsfähigen Gesundheitstarifvertrag reagiert und damit die Streiks provoziert. Es liege nun in der Hand der Arbeitgeber, den Streik zu beenden.
In Leipzig fanden circa 80 Beschäftigte aus den Sozial- und Erziehungsdiensten zu einer zentralen Streiaktion zusammen. Auch hier stehen die Kolleginnen und Kollegen hinter den Forderungen nach einer betrieblichen Gesundheitsförderung und einer neuen Entgeltordnung.
Fotos vom Streiktag in München.
Gut 3500 Beschäftigte aus dem Sozial- und Erziehungsdienst zogen mit einem sehr langen Demonstrationszug durch die Innenstadt zum Odeonplatz (der dann komplett ausgefüllt war). "Wir haben gestern wirklich den Zenit erreicht", so die ver.di-Verantwortlichen aus München.
Fotos: Georg Addison
Am 26. Mai 2009 rief ver.di Bezirk Augsburg kommunale Kinder-
tagesstätten zum Streik auf. Den Aufruf folgten 20 von 29 Augsburger KiTa´s. Insgesamt beteiligten sich 170 von 240 Beschäftigten an dem Streik. Im Streiklokal „Thorbräu“ trafen sich die Kolleginnen und Kollegen um 8 Uhr um die selbstgemachten Transparente fertig zu stellen, sich für die Demo auszurüsten (T-Shirts, Pfeifen, Käppis, Flugblätter…). Das Lokal wurde schnell voll und viele fieberten dem Demonstrationszug entgegen.
In Worms streikten am gestrigen Tage überwiegend Erzieherinnen und Erzieher für mehr Anerkennung ihrer täglichen Arbeit und für eine tariflich-geregelte Gesundheitsförderung. Gut 2000 Beschäftigte versammelten sich hierfür in der Wormser Innenstadt.
Auch in Burg und Biederitz/Möser fanden sich am 26. Mai Erzieherinnen und Erzieher für eine Streikaktion zusammen. Die Kolleginnen und Kollegen übergaben dem Bürgermeister ein Schreiben, dass die Forderungen der Beschäftigten noch einmal deutlich machen soll.
In Oraninenburg streikten Erzieherinnen am 26. Mai für mehr Anerkennung ihres Berufes.
In Kiel fanden am 26. Mai rund 500 Beschäftigte aus Sozial- und Erziehungsdiensten zu einer zentralen Demonstration zusammen. Beschäftigte aus ganz Schleswig-Holstein beteiligten sich an diesem Streik.
Fotos: Klaus Schischefsky
Weitere Impressionen finden Sie unter folgendem Link.
Streik und Demo in Kiel
Zum Streikfest in der Fußgängerzone in Fürth versammelten sich 100 - 150 Streikende, Eltern, Kinder Bürgerinnen und Bürgern, Stadträtinnen und Bürgermeisterinnen sowie der Oberbürgermeister, Thomas Jung. Dieser trug neben den Kolleginnen und Kollegen ebenfalls das "Zukunftsgestalter T-Shirt" als Zeichen der Soliadarität.
Bilder: Andrea Marien
Auch in Nürnberg streikten die Beschäftigten am 26. Mai. Sie trafen sich zu einer zentralen Kundgebung am Kornmarkt.
Bilder: Peter Schmitt-Moritz
Gut 450 Erzieherinnen und Erzieher, Sozialpädagoginnen und Sozial-
pädagogen sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter legten ihre Arbeit nieder. Sie beteiligten sich am 26. Mai an dem Streik, zu dem die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) aufgerufen hat. Die Beschäftigten machen durch ihren Streik deutlich, dass sie bereit sind für ihre Forderungen nach einer betrieblichen Gesundheitsförderung und einer neuen Entgeltordnung zu kämpfen.
Auch in Mannheim streikten die Beschäftigten aus Sozial- und Erziehungsdiensten am 26. Mai.
Bild oben zeigt eine Podiumsdiskussion mit Gemeinderatskandiaten (v. l. Thomas Trüper - Die Linke, Nikolaus Koch-Löbel - CDU, Gitta Süß-Slania - Moderatorin, Wolfgang Raufelder - Bündnis 90/Grüne und Roland Weiß - SPD), die während der Diskussion auf Kinderstühlen platznahmen.
25 Kolleginnen und Kollegen aus dem Sozial- und Erziehungsdienst streikten am 25. Mai im Landkreis Diepholz. Die Beschäftigten trafen sich im ver.di-Steikbüro und erarbeiteten eine Resolution, die im Anschluss dem Landrat im Zuge der Streikaktion übergeben wurde.
In Erlangen streikten Beschäftigte des Jugendamtes am 26. Mai ganztags. Sie verteilten vor dem Erlangener Rathaus Informationsmaterial zum Arbeitskampf an Bürgerinnen und Bürger.
Anlässlich des 100-jährigen Bestehen des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und den damit verbundenen Deutschen Kommunalkongress 2009, verteilten ver.di Beschäftigte Schreiben an die Deligierten.
Bild 1:
Christian Schramm (Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes) im Gespräch mit Harald Giesecke (ver.di)
Bild 2:
Michael Sommer (Vorsitzender des DGB-Vorstandes) und Harald Giesecke (ver.di)
Bild 3:
Achim Meerkamp (Vorstandsmitglied ver.di) im Gespräch mit Harald Giesecke (ver.di)
Knapp 80 Beschäftigte aus den Sozial- und Erziehungsdiensten beteiligten sich am 26. Mai vor dem Osnabrücker Rathaus an einer Streikaktion. Punkt 12:00 Uhr ließen die Streikenden Luftballons steigen.
Ein starkes Signal setzten am heutigen Tag über 250 Erzieher/innen und Sozialarbeiter/innen in Halle. Mit einer Streikaktion machten sich die Beschäftigten für mehr Anerkennung stark. Sie unterstützen somit die Forderungen ihrer Gewerkschaft ver.di nach einer tariflich geregelten Gesundheitsförderung und einer neuen Engeltordnung.
Auch in Erfurt setzten viele Erzieherinnen am 26. Mai ein Signal. Sie streikten für mehr Anerkennung. Während der Streikaktion versammelten sich die Erzieherinnen in der Innenstadt von Erfurt. Hier sprach der Oberbürgermeister mit den Beschäftigten.
Trotz des großem Widerstandes der Arbeitgeber, haben sich am 26. Mai circa 170 Beschäftigte aus über 20 Einrichtungen (Kindergärten,
Kindertagesstätten, Kinderhorte, Kinderkrippen) an einem Streik in Memmingen beteiligt. Die Kolleginnen und Kollegen danken für die Unterstützung gegenüber dem Markt Ottobeuren, der massiven Druck ausgeübt hat.
Bild oben: Erzieherinnen aus Offenbach beteiligten sich neben vielen anderen am 26. Mai an einer Streikaktion in Fulda.
Bild Mitte: Auch Kolleginnen und Kollegen der Lebenshilfe Waldeck-Frankenberg streikten und beteiligten sich an der zentralen Streikaktion in Fulda.
Bild unten: Nach der Kundgebung auf der Fuldarer Ochsenwiese, zogen die Demonstrantinnen und Demonstranten durch Fulda.
Heute versuchen Beschäftigte des ASD (Allgemeiner Sozialer Dienst), eine Unterschriftensammlung an den Ersten Bürgermeister zu überreichen. 322 MitarbeiterInnen des ASD – fast 100% der zurzeit bei der Arbeit Anwesenden – haben diese Erklärung unterschrieben (siehe Anlage). Die Beschäftigten des ASD machen in dem Schreiben deutlich, dass sie die Verantwortung für den Kinderschutz nicht mehr übernehmen können und geben die Verantwortung an den Senat und den Ersten Bürgermeister ab.
Im Rahmen des Arbeitskampfes im Sozial- und Erziehungsdienst veranstaltete der ver.di-Ortsverein Erlangen am Mittwoch, 20.5.09 um 18.30 Uhr in Erlangen eine Demonstration und Kundgebung. Die Demonstration startete am Martin-Luther-Platz, die Abschlußkundgebung (gegen 19.30 Uhr) fand auf dem Rathausplatz statt.
Am ersten Streiktag in Würzburg standen ab 7:00 Uhr die Beschäftigten der Werkstatt für Sehgeschädigte vor dem Tor. Die Werkstatt war geschlossen. Um 10:00 Uhr zogen sie dann mit ihren Schilder und Transparenten zu den Tagesstätten der Blinden-
institutsstiftung.
Auch hier beteiligten sich die Beschäftigten nahezu zu 100 Prozent am Streik.
In München kämpfen Beschäftigte der Sozial- und Erziehungsdienste auch am 19. Mai für den von ver.di geforderten Tarrifvertrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung.
Die Verhandlungen darüber waren bislang an den Arbeitgebern gescheitert. „Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) verzögert die Verhandlungen seit Monaten“, betont Josef Falbisoner: „Deshalb muss da mehr Druck in den Kessel.“
Die Beschäftigten hatten sich in einer Urabstimmung mit knapp 90 Prozent Zustimmung zu den Arbeitskampfmaßnahmen entschlossen.
Am zweiten Streiktag in Mannheim wurde nach dem Plenum gemeinsam der Demonstrationszug durch die Stadt vorbereitet - in vielen Arbeitsgruppen und mit großem Engagement der Streikenden!
Unser Ziel war es, der Bevölkerung laut und bunt unsere Forderungen nahe zu bringen und auf die besonderen gesundheitlichen Risiken der sozialen Berufe aufmerksam zu machen. Die mehrheitlich positive Resonanz der Passanten zeigte uns, auch beim anschließenden Verteilen der ver.di-Publikationen, dass uns dies gut gelungen ist.
Fotos: Helmut Roos
Weitere Impressionen können Sie der Streikzeit entnehmen.
Streikzeit
ver.di fordert den Abschluss eines Tarifvertrages zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Hierzu beteiligten sich am Mittwoch, den 19. Mai erneut eine Vielzahl von Erzieherinnen und Erzieher in Mittelhessen an dem bundesweiten Streik. Unterstützung aus der Politik und fachkundige Unterstützung aus dem Bereich der Krankenkassen erhielt die Streikenden.
Der hessische Landesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) hat in einer Meldung vom vergangenen Freitag ausdrücklich darauf hingewiesen, dass „die Betriebliche Gesundheitsförderung eigentlich ein gesellschaftlicher Common sense“ sei. Es sei „hocheffizient“ wenn bezogen auf konkrete Arbeitsbedingungen physische Beschwerden ermittelt würden und praktische Verbesserungsvorschläge zu deren Abhilfe gemacht werden würden. Von daher sei es „überfällig, die betriebliche Gesundheitsförderung tarifvertraglich zu regeln“, so der BKK Landesverband.
Im Altkreis Wetzlar legten rund 200 Erzieherinnen und Erzieher und beteiligten sich an einem Umzug durch die Stadt, um auf Ihre Forderung aufmerksam zu machen. Viel Sympathie wurde ihnen von den Passanten rechts und lins des kleinen Demozuges entgegen gebracht.
(Quelle: DGB Mittelhessen)
Impressionen vom Warnstreik in Singen.
Kolleginnen und Kollegen aus den Sozial- und Erziehungsdiensten versammelten sich am 19. Mai in Singen, um mit einen Streik ihre Forderungen nach betrieblicher Gesundheitsfördung und einer neuen, besseren Eingruppierung in Entgeltgruppen zu verdeutlichen. Viele Erzieherinnen fertigten Transparente an, mit denen sie auf Umstände ihres Arbeitalltags hinwiesen.
Viele Beschäftigte der Sozial- und Erziehungsdienste aus Offenbach und Frankfurt am Main beteiligten sich am 19. Mai an einer Streikaktion im Frankfurter Saalbau. Auch hier ist der Ruf nach Anerkennung für die soziale Arbeit laut. Die Kolleginnen und Kollegen sind bestens motiviert und bereit für ihre Forderungen zu kämpfen.
Circa 60 Streikende des Lebenshilfewerkes Waldeck-Frankenberg trafen sich am 19. Mai.Nach der Kundgebung zogen die Kolleginnen und Kollegen in einem Demonstrationszug durch Bad Wildungen.
Viele Beschäftigte im Landkreis Nienburg versammelten sich zur Streikversammlung in der Stadt Nienburg vor dem ver.di Haus. Dabei waren nicht nur Erzieherinnen, sondern auch Sozialarbeiter aus der Landkreis-verwaltung und Beamte, die für ihre Teilnahme ihre Pause genutzt haben.
Nachdem Ilona Wichert und der Geschäftsführer der ver.di Bezirks-
verwaltung zu den Versammelten gesprochen haben, zogen sie durch die Innenstadt zum Streiklokal. Vier Kindereinrichtungen in Warmsen, Uchte, Pennigsehl, Steyerberg waren ganz geschlossen, in Nienburg und Rehburg-Loccum wurden Bereitschaftsdienste eingerichtet. Sogar eine Einrichtung mit Nichtmitgliedern hat sich komplett beteiligt.
Auch Sozialarbeiter/innen des Landkreises Diepholz (Jugendamt und Gesundheitsamt) folgten dem Streikaufruf am 19.05.09 und kamen in Syke gemeinsam mit Erzieher/innen der Kitas aus Stuhr, Bassum und Syke zusammen, um für höheres Gehalt, bessere Arbeitsbedingungen und Gesundheitsschutz zu kämpfen.
Auch in Nürnberg legten viele Beschäftigte der Sozial- und Erziehungdienste ihre Arbeit am 18. Mai nieder und zeigten deutlich, dass sie bereit sind für ihre Forderungen und mehr Anerkennung zu kämpfen.
Am 18.05. zogen 100 Kolleginnen und Kollegen aus Jugendamt, Sozialamt und Gesundheitsamt zu den Kolleginnen und Kollegen des städt. Kinderheims in Köln. Vor dem Kinderheim bekundeten sie den HeimerzieherInnen und den Sozialpädagoginnen in der Heimerziehung ihre Solidarität. Nach einer Kundgebung ging es zu einem Streikfrühstück. Anschließend zogen alle über das Gelände. Die Kolleginnen infomierten bei dem Rundgang über ihre Arbeit mit Schichtdienst, Nachtbereitschaft, ... Arbeit rund um die Uhr. Auch über die geschichtliche Entwicklung der Heimerziehung wurde informiert und diskutiert. Die Heimleitung hat in ihrem Grußwort die verdi-Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und besserer Bezahlung unterstützt.
Am 18. Mai fanden sich Beschäftigte der Sozial- und Erziehungsdienste zu einer Streikversammlung im Bürgerhaus Neckarstadt zusammen.
Fotos: Helmut Roos
Unter dem Motto "Für Menschen - Wir gestalten Zukunft" gingen auch in Essen am 18. Mai viele Beschäftigte aus den Sozial- und Erziehungsdiensten auf die Straße. Sie setzten somit ein weiteres Signal in Richtung der VKA.
Über 100 Streikende in Fürth
Am Demonstrationszug beteiligten sich laut Polizeiangaben ca. 175 Personen durch die Fürther Innenstadt bis zum Rathaus. Dort wurden dem Oberbürgermeister Thomas Jung rote Karten übergeben auf denen die Beschäftigten vorher Ihre Forderungen schriftlich vermerkt hatten.
Unter einer uneingeschränkten Beachtung aller Medien konnte ver.di in Saarbrücken zu Beginn des Streiks der 350 Beschäftigten aus der Sozial-, Kinder- und Jugendhilfe verdeutlichen, dass wir in dieser Tarifaus-
einandersetzung um einen Gesundheitstarifvertrag und eine bessere Bezahlung der Kolleginnen und Kollegen richtig ernst machen. Tatsächlich, alle kommunalen Kitas der Stadt waren beteiligt, eine „Bereitschaftskita" hatte geöffnet, 15 von insgesamt 1.800 Kitakindern waren dort zu betreuen.
Die streikenden Kolleginnen und Kollegen versammelten sich um 15.00 h auf dem Schlossplatz, dabei wurden sie unterstützt von vielen Eltern und Kindern. Vom Schlossplatz zogen die DemonstrantInnen durch die Stadt zum kommunalen Arbeitgeberverband (KAV), dessen Geschäftsführer Richard Nospers, der sich bereits Mittags im Rundfunk mit dem ver.di-Landesleiter Alfred Staudt zum Kitastreik auseinandergesetzt hatte.
In Oberhausen trafen sich am 18. Mai Erzieherinnen zu geimensamen Arbeitsgemeinschaften. Sie nutzten den Warnstreik somit aktiv und gestalteten Pappkameraden, durch welche ihre Arbeitsbedingungen und Forderungen verdeutlicht werden sollen.
In Braunschweig fanden am 18. Mai Beschäftigte der Sozial- und Erziehungsdienste zu einer zentralen Streikaktion zusammen. Diese wurde zum Informationsaustausch und zur Organisation des Warnstreiks genutzt.
Heute, 18.5.09, streikten die Kolleginnen und Kollegen aus den Erziehungs-und Sozialdiensten in Moers, Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort.
Text: Harold Henke
In Offenbach beteiligten sich am heutigen Tag rind 14 Kindertagesstätten an dem Warnstreik. In 7 Kindertages-stätten wurde ein Notdienst eingerichtet. Einige Erzieherinnen zeigten sich besonders engagiert und nutzten den Warnstreik aktiv. Sie machten mit dem Verteilen von Informationsmaterial auf die aktuelle Situation von Erzieherinnen aufmerksam. Zudem sammelten sie Unterschriften von Bürgerinnen und Bürger, die für die Aufwertung sozialer Berufe sind.
Rund 60 Kolleginnen und Kollegen beteiligten sich am 18. Mai in Waldeck-Frankental an einer Streikaktion. Alle Kindertagesstätten befanden sich im Streik. Für die Kinder wurde eine Notgruppe eingerichtet. Gegen 11:30 Uhr entschlossen sich die Kolleginnen und Kollegen zu einer spontanen Demonstration durch Frankenberg.
Quelle: Rheinische Post online
Foto: Kathrin Zachary
Claudia Lahrs, Erzieherin in einer städtischen Kintertagesstätte, ist mit ihrer dreijährigen Tochter Amelie ins Düsseldorfer Gewerkschaftshaus gekommen. "Die Eltern und die Arbeitgeber sollen sehen, wie sehr wir unter der Situation leiden. So geht es nicht weiter. Kinder betreuen und fördern - das ist nicht einfach nur 'spielen'."
Weitere Erzieherinnenkommentare - Rheinische Post online
In Kassel waren am 15.5. außer den Notgruppen die städtischen Kitas geschlossen. Von 11 Jugendhäusern waren 10 zu, die Schulsozialarbeit hat nicht gearbeitet, die Schuldnerberatung, die Kommunale Arbeitsförderung, die Tagespflege, die städtischen Einrichtungen waren nur eingeschränkt arbeitsfähig, der ASD war mit Bereitschaftsdienst besetzt. Die Streikversammlung mit über 350 Kolleginnen und Kollegen war ein voller Erfolg. Sie bildeten AG´s um die Streikwelle vom 18.- 19.5. vorzubereiten. Begleitet wurden wir in den ersten zwei Stunden von der Presse, die eine für uns sehr positive Berichterstattung sowohl im Fernsehen als auch in der örtlichen Presse brachte.
Auch in Kiel zeigten am 15. Mai viele Beschäftigte der Sozial- und Erziehungsdienste, dass sie bereit sind für ihre Forderungen zu kämpfen.
Bild 1:
Zur gemeinsamen Streikversammlung im Bremer Kulturzentrum Schlachthof trafen sich die Erzieher/innen der städtischen KiTa Bremerhaven und KiTa Bremen
Bild 2:
Demonstrationszug zum Kommunalen Arbeitgeberverband
Bild 3:
Henning Lühr, Finanzstaatsrat und Vorsitzender des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Bremen, bei der Protestkundgebung der Streikenden und hier mit Fragen an Grit Wetjen (Sprecherin der ver.di Betriebsgruppe KiTa Bremen)
300 Beschäftigte der Sozial- und Erziehungsdienste versammelten sich am 15. Mai in Radolfzell am Bodensee zu einer gemeinsamen Streikaktion. Die Rednerin, Angelika Felser, nutzte die Aktion und informierte über die aktuelle Situation.
600 Streikende auf der Straße – alle städtischen Kitas dicht
In Wuppertal trafen sich die Kita-
Beschäftigten sowie Sozialarbeiter und Sozialpädagogen der Bezirkssozial-
dienste, Kinder- und Jugendwohn-
gruppen, des Jugendamtes und der Bergischen Volkshochschule zum Streikfrühstück. Im Demozug zogen die Streikenden Mittags in die Elberfelder Fußgängerzone zur Kundgebung. Viele Eltern kamen mit ihren Kindern ebenfalls dorthin, um die streikenden Erzieherinnen und Erziehern solidarisch zu unterstützen. „Niemand auf dem Platz hier glaubt daran, dass bei den Arbeitsbedingungen eine Erzieherin gesund mit 67 in Rente geht!“ fasste Dietmar Bell die Stimmung zusammen und appellierte an die kommunalen Arbeitgeber, sich endlich für einen Tarifvertrag für gesunde Arbeit in den Kitas und sozialen Diensten einzu-
setzen. Susanne Gerhardts, Vorsitzende des ver.di-Kita-Arbeitskreises und Personalrätin in Wuppertal, machte klar: „Es kommt jetzt auf euch an: Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!“
Text: Grit Genster
Nach einem erfolgreichen Warnstreik am Mittwoch der vorigen Woche mit ca. 80 Kolleginnen und Kollegen aus 10 Einrichtungen einschließlich der Sozialdienste folgten heute, 15.Mai, etwa 100 ver.di-Mitglieder aus 12 Einrichtungen und Sozialdiensten dem ersten Streikaufruf von ver.di nach der erfolgten Urabstimmung.
Auf der Streikversammlung vor dem Rathaus in Mönchengladbach machten die Kolleginnen und Kollegen deutlich, dass sie endlich bessere Arbeits-
bedingungen auch im Interesse der betroffenen Kinder brauchen. Sie forderten deshalb, dass die Arbeitgeber jetzt endlich mit ver.di über ihre Forderungen die Verhandlungen aufnehmen.
Ihr Motto auf den Plakaten an diesem Tag: "Wir backen jetzt keine kleinen Brötchen mehr“ Dazu wurden kleine Brötchen verteilt. Das Fazit der Streikenden: „Wenn es sein muss, werden wir auch weiter für unsere Forderungen streiken“. Die Forderungen und die Streikmaßnahmen werden von den Eltern unterstützt. So besuchte die Elterninitiative „Mucki Zwei“ mit den Kindern die Streikenden und erklärte sich solidarisch.
Text und Fotos: Harold Henke
Streik im Sozial- und Erziehungsdienst: Es begann in Neunkirchen
Nachdem sich die überwältigende Mehrheit der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst bei der bundesweiten ver.di-Urabstimmung für Streik ausgesprochen hat, begann der Streik in den Kindertagesstätten in Neunkirchen und Friedrichstahl am Freitag, 15. Mai 2009.
Von diesen Streikmaßnahmen waren 10 Einrichtungen der Kinder-, Sozial- und Jugendhilfe mit 130 Beschäftigten betroffen. Für Notfälle unbetreuter Kinder war in Neunkirchen die Kita Furpach in Bereitschaft. Alle anderen Neunkircher Einrichtungen waren, wie in Friedrichsthal, geschlossen. Die streikenden Beschäftigten trafen sich um 9.00 Uhr vor dem Neunkircher Rathaus. Gegen 10.00 Uhr kam es zu einem Demonstrationszug durch die Neunkircher Innenstadt zum Stummplatz, wo um 10.00 Uhr eine Kundgebung stattfand und die Streikenden sich in die Streiklisten eintrugen.
Die Erzieherinnen, Sozialpädagogen und Sozialarbeiter kämpfen mit ihrem Streik für einen Gesundheitstarifvertrag und um bessere Arbeitsbedingungen.
ver.di hat in den letzten Tagen die betroffenen Eltern auf Kita-Schließungen mit Elternbriefen vorbereitet. Dabei zeigen die Eltern großes Verständnis für die Forderungen der Beschäftigten.
Text: Michael Quetting
Liebe Streikenden,
da wir in Hamburg noch nicht streiken (dürfen), möchten wir uns aber trotzdem zu Wort melden und Euch mit dieser Solidaritäts- E-Mail unterstützen. Darüber hinaus waren wir nicht untätig und haben den Eingang unseres Kinderhauses dem Anlass entsprechend gestaltet.
Wir wünschen Euch bei Eurem Kampf (nicht nur) für bessere Arbeitsbedingungen viel Kraft und Erfolg!
Am 11. Mai traf sich die Projektgruppe der Behindertenhilfe in Bremen. Die anwesenden Mitglieder der Projektgruppe Behindertenhilfe haben bei ihrem Treffen in Bremen ein Statement abgegeben: sie tragen, um ihre Unterstützung und Solidarität hinsichtlich des Kampfes für einen Gesundheitstarifvertrag und eine neue Entgeltordnung zu demonstrieren! Die anwesenden repräsentieren mehrere tausend Beschäftigte in Niedersachsen-Bremen.
Am 09. Mai fand ein Kinderfest der Kolleginnen und Kollegen aus dem Sozial- und Erziehungsdienst statt. Die Kolleginnen und Kollegen wollten mit den Bürgerinnen und Bürger, insbesondere mit Eltern ins Gespräch kommen. Das ist ihnen spitze gelungen! Ca. 30 Kolleginnen aus dem Sozial und Erziehungsdienst, hauptsächlich aus dem kirchlichen Bereich, konnten erfolgreich Menschen ansprechen und die Eltern auf kommende Auseinandersetzungen vorbereiten. Dank der Bemühungen der Erzieherinnen , ist es auch gelungen, vielfach Unterschriften zu sammeln.
Zur Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen konnte ein Ballonkünstler engagiert werden, der speziell Kinder angesprochen hat und denen tolle Figuren aus Luftballons zum mitnehmen modellierte. Begleitend dazu gab es gute Musik, weitere Attraktionen für Kinder (u.a.: Gesichtsschminken, Ein- Radfahren, auf Stelzen gehen, Jonglieren, Karussell fahren und vieles mehr) und viel Gute Laune, sowie sonnige Stunden!
Auch Beschäftigte der Sozial- und Erziehungsdienste streikten am 06. Mai in Würzburg. Mit einer Aktion in einer Fußgängerpassage machten die Beschäftigten Bürgerinnen und Bürger auf die aktuelle Situation aufmerksam.
120 Kindertageseinrichtungen waren am 06. Mai in Nürnberg zum Warnstreik aufgerufen worden. Viele Erzieherinnen und Erzieher folgten diesen Aufruf und nutzten die Gelegenheit, ihre Forderugen nach mehr Anerkennung zu untermauern.
In Frankfurt am Main beteiligten sich am 06. Mai ebenfalls viele Beschäftigte der Sozial- und Erziehungsdienste am Warnstreik. Erzieherinnen, Sozialarbeiter/innen und Sozialpädagogen/innen nutzten den Warnstreik aktiv. Sie informierten sich über den aktuellen Stand der Tarifverhandlungen und über Zukünftiges.
Viele Beschäftigte in Kindertagesstätten und Horteinrichtungen in Erlangen legten am 06. Mai ihre Arbeit ganztags nieder, um sich an einem Warnstreik zu beteiligen. Die betroffenen Eltern wurden im Vorfeld informiert und zeigten überwiegend vollstes Verständnis für die Aktion und den Forderungen der Beschäftigten.
Auch in Aachen legten viele Beschäftigte der Sozial- und Erziehungdienste ihre Arbeit am 06. Mai nieder und zeigten deutlich, dass sie bereit sind für ihre Forderungen und mehr Anerkennung zu kämpfen.
Mehr als 350 Kolleginnen und Kollegen haben sich in Düsseldorf im Warnstreik gegen die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber zum Tarifvertrag für eine betriebliche Gesundheitsförderung und zur Engeltordnung für die Beschäftigten der Sozial- und Erziehungsdienste gewandt.
Kinder fördern – soziale Jobs anerkennen
Über 2.500 Beschäftigte aus dem Sozial- und Erziehungsdienst in Niedersachsen und Bremen sind heute in einem ganztägigen Warnstreik getreten und haben sich zu einer zentralen Kundgebung in Hannover getroffen. Erzieherinnen und Sozialarbeiter legten ihre Arbeit in Kindertagesstätten, Jugendzentren, Spielhäusern und Beratungseinrichtungen nieder, so dass in über 30 Städten und Gemeinden viele Einrichtungen geschlossen blieben.
Achim Meerkamp vom ver.di-Bundesvorstand sagte auf der Kundgebung in Hannover: „Erzieherinnen und Sozialarbeiter sind täglich hohen emotionalen Belastungen und starkem psychischen Druck ausgesetzt. Sie klagen über Hörschäden durch die hohe Lärmbelästigung, über Rückenprobleme und Stress. Die kommunalen Arbeitgeber haben trotz mehrfacher Aufforderung die Verhandlungen über einen Tarifvertrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung verweigert. Deshalb sind die Beschäftigten heute in einen Warnstreik getreten, um ihre Forderungen zu bekräftigen.“
In den nächsten Jahren werde durch den Ausbau von Krippen zusätzliches Personal benötigt. Um erfolgreich Nachwuchs für diese sozialen Berufe zu gewinnen, müssten sich die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern. „Die Beschäftigten haben gezeigt, dass sie bereit sind, für ihre Forderungen zu streiken“, betonte die stellvertretende ver.di-Landesleiterin Susanne Kremer. Darüber hinaus fordere ver.di eine deutliche Aufwertung des Berufsfeldes und bessere Arbeits- und Entlohnungsbedingungen.
6.Mai 2009 – Warnstreik der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst
In München streikten am 06. Mai circa 2000 Beschäftigte der Sozial- und Erziehungsdienste. Die Kolleginnen und Kollegen machten mit selbstgemachten Transparenten "Wir haben Lob, aber keine Lobby" oder "Krummer Rücken und Burnout, so sieht soziale Arbeit aus" auf ihre Arbeitsbedingungen aufmerksam. Zudem schlugen die Beschäftigten vor, die nächste Verhandlungsrunde mit der Vereinigung des Kommunalen Arbeitverbandes in einer KiTa und auf kleinen Stühlen zu führen, damit diese wissen wo von die Beschäftigten reden!
Mannheim beteiligt sich an den ersten bundesweiten Warnstreiks.
Eine hohe Lärmbelastung und das an der Größe der Kinder orientierte Mobiliar sind nur zwei Dinge, die die Arbeitsbedingungen für Kita-Beschäftigte erschweren. Deswegen kämpft ver.di für sie um einen Tarifvertrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung. In dieser Woche kam es zu bundesweiten Warnstreiks, denen eine Urabstimmung folgen soll. Gleichzeitig möchte ver.di erreichen, dass die Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst aufgewertet werden.
Die Mannheimer ErzieherInnen beteiligten sich zahlreich an der bundesweiten Aktion. Sie versammelten sich im Mannheimer Gewerkschaftshaus um über zukünftige Aktionen zu beraten und um die Urabstimmung vorzubereiten.
Fotos: Helmut-Roos
200 Kolleginnen und Kollegen, überwiegend aus den Kindertageseinrichtungen, beteiligten sich am 06. Mai am Warnstreik in Kiel. Hierfür versammelten sich die Beschäftigten der Sozial- und Erziehungsdienste im Liegenhof.
Foto: Dirk Lerche
In Mainz war die Beteiligung von Beschäftigten der Sozial- und Erziehungsdienste ebenfalls groß. Die Kundgebung auf dem Mainzer Rathausplatz nutzten die Beschäftigten unter anderem, um die Öffentlichkeit auf ihre Situation aufmerksam zu machen.
Erzieherinnen machten am 06. Mai zwischen 06:00 und 09:00 Uhr mit einer Aktion deutlich, dass sie bereit sind für ihre Forderungen zu kämpfen. Sie erhielten viel Zuspruch von Eltern, die Verständnis für den Warnstreik zeigten.
In Mönchengladbach waren 10 Kitas und die sozialen Dienste zum Warnstreik aufgerufen. Ca. 100 Beschäftigte haben sich an den Streiks beteiligt und dafür gesorgt, dass die Kitas den ganzen Tag geschlossen blieben.
Die Teilnehmerinnen entschiedenen sich während der Streikkundgebung auf dem Kapuzinerplatz zu einer Spontandemonstration zum nahe gelegenen Rathaus, um dort bei Oberbürgermeister Norbert Bude als Vorsitzender des Städtetages für die ver.di Forderungen zu werben. Der OB hielt die Forderungen für durchaus berechtigt, während er den Streik als Mittel zur Durchsetzung nicht gutheißen wollte. Die streikenden Kolleginnen waren trotzdem guter Stimmung und entschlossen nach der Urabstimmung weiter die Arbeit nieder zu legen. Man war sich einig darüber, dass ein Einlenken der Arbeitgeber ohne einen massiven Arbeitskampf nicht zu erwarten ist.
Gut 50 Beschäftigte der Sozial- und Erziehungsdienste beteiligten sich an dem Warnstreik mit einem Demonstrationszug durch Herne.
Auch in Halle beteiligten sich Erzieherinnen und Erzieher an den deutschlandweiten Aktionen zum Warnstreiktagi. Sie zeigten sich kampfbereit und traten überzeugt für ihre Forderungen nach betrieblicher Gesundheitsförderung und Anerkennung ihres Berufes ein.
Beschäftigte der Sozial- und Erziehungsdienste demonstrierten am 06. Mai in Saarbrücken für mehr Anerkennung und eine betriebliche Gesundheitsförderungen. Der Demonstrationszug zog zum Saarbrücker Rathaus und bildete hier eine Menschenkette um das Rathaus. Im Vorfeld dieser Aktionen organisierte ver.di Saarbrücken am vormittag ein Kinderfest in der Bahnhofstraße, dass von vielen Eltern und Kindern besucht wurde. Ebenfalls mit dabei war die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz.
Impressionen (Saar Aktuell) als PDF herunterladen
400 Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes im Main-Kinzig-Kreis legen einen Warnstreik hin!
Mit einer solchen Teilnahme hatten wir nicht gerechnet. Die Beteiligung zeigt aber: die Beschäftigten sind entschlossen. Und das ist gut so! Wir danken allen, die mit dazu beigetragen haben, dass der Warnstreiktag voll und ganz gelungen ist. 400 Erzieher der Kitas und Sozialarbeiter des Main-Kinzig-Kreises und Betreuer des Behinderten-Werk Main-Kinzig haben in Hanau für Ihre berechtigten Forderungen demonstriert.
Beschäftigte aus den Sozial- und Erziehungsdiensten, vor allem Erzieherinnen, machten am 01. Mai in Schwerin auf ihren Arbeitsalltag aufmerksam. In diesem Zusammenhang informierten sie Bürgerinnen und Bürger über ihre Forderungen nach einer betrieblichen Gesundheitsförderung und vor allem mehr Anerkennung. Sogar die Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Schwerin, Angelika Gramkow untersützt die Erzieherinnen. Sie trug sich, neben vielen Anderen in einer Liste von Untersützerinnen und Unterstützer ein.
Am 1. Mai 2009 nahmen auch Kolleginnen und Kollegen aus dem Sozial- und Erziehungsdienst an der Augsburger 1.Mai-Demonstration teil. Ca. 20 Kolleginnen und Kollegen konnten sich für den 01.Mai begeistern. Mit selbstgemalten Transparent, T-Shirts und Pfeifen waren die Kolleginnen und Kollegen von weitem gut sichtbar und hörbar.
Am 01. Mai fanden sich Erzieherinnen in Wittenberg zusammen, um mit einer gemeinsamen Aktion die Öffentlichkeit auf ihre Arbeitssituation aufmerksam zu machen. Bürgerinnen und Bürger wurden zudem über die aktuellen Tarifverhandlungen und die damit verbundenen Forderungen informiert.