Der Tarifvertrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung im Sozial- und Erziehungsdienst wurde gemeinsam erstritten. In vielen Kommunen beginnen nun die Aktivitäten zu dessen Umsetzung.
Unter dem Titel „Belastungen reduzieren – Ressourcen nutzen – Gesundheit erhalten – bietet ver.di Saar am 15. November 2010 ein Seminar für LeiterInnen von Kindertagesstätten und Fachberatungen an. Mit diesem Seminar werden LeiterInnen dazu eingeladen, auf der Grundlage der Analyse von Problemen und Ressourcen der Arbeit im Kindertagesstättenbereich praxisorientierte Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.
Dabei geht es uns zum einen um die Vermittlung von Inhalten zur Klärung folgender Fragen:
Zum anderen sollen Instrumente vorgestellt werden, die im Kontext von Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung hilfreich sein können:
Ende Mai 2010 trafen sich 60 Beschäftigte und Personalräte aus 23 mittelhessischen Kommunen im Bürgehaus Gießen Klein-Linden. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Mittelhessen hatte hierzu eingeladen, um über den neuen Tarifvertrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst zu informieren.
„Der Tarifvertrag Gesundheitsförderung dient dazu, gesundheitsgerechte Verhältnisse zu erhalten oder herzustellen“, erklärte Referentin Barbara Zimmermann. Dabei ist die Arbeit der Erzieherinnnen und Sozialpädagogen so zu organisieren, dass diese nicht Ursache von Erkrankungen oder Gesundheitsschädigungen sind.
Erstmals haben Beschäftigte einen Anspruch auf eine Gefährdungsbeurteilung ihres Arbeitsplatzes. Damit wird dokumentiert, welche Maßnahmen der Arbeitgeber ergreifen muss, um die Gesundheit zu erhalten. Dabei geht es nicht nur um ergonomische Stühle, geeignete Wickeltische, gesundes Spielzeug und Lärmschutz, sondern auch um die Verringerung der psychischen Belastungen.
Ver.di Sekretär Jürgen Lauer erklärte, dass die Teilnehmer der Veranstaltung einmütig deutliche Kritik an der Verschiebung der Mindestverordnung zur Personalbemessung in den Kindergärten übten. Das Land Hessen hatte die neuen Standards zur Kindergartengruppengröße und die damit verbundene Personalausstattung Ende 2009 in Kraft treten lassen, die Umsetzung dann aber auf das Jahr 2012 verschoben. Der ver.di Sekretär sagte, dass die Rahmenbedingungen für Erzieherinnen besser werden müssten, damit der frühkindliche Bildungsauftrag erfüllt werden könne. Die Kommunen müssten erkennen, dass eine gute Kinderbetreuung eine gesellschaftlich notwendige Aufgabe sei und „die“ Investition in unsere Zukunft ist!