Erziehung

Erfahrungsberichte

Erziehung

ErzieherInnen leisten mit ihrer Arbeit einen wertvollen Beitrag
zur Entwicklung unserer Kinder. Was sind Ihre Erfahrungen?

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Hallo,

irgendwie habe ich immer noch das Gefühl, dass man sich zumindestens in Köln stark selber bemühen muss um Infos zu bekommen, Infos kommen ähnlich langsam wie auf dieser Seite :-).

Hier sind die letzten Informationen ja auch schon ein paar Monate alt und handeln hauptsächlich vom Tarifergebnis.

Ich würde hier aber auch gerne was über GEBT lesen, denn auch wenn es sich nur auf NRW bezieht, so ist es doch ein sehr guter Vorschlag, der da von ver.di NRW in die Diskussion gebracht wurde.

Es wäre schön, wenn es ver.di jetzt noch gelingen würde, möglichst viele Erzieher (und hier nicht nur die Mitglieder) und auch andere wie Eltern, Politiker usw. darüber zu informieren damit GEBT eine Chance bekommt und hoffentlich umgesetzt wird.

Hier gibt es Infos über GEBT:

www.wir-gestalten-zukunft.verdi.de

Hier über Aktionen von ver.di zu GEBT und andere Missstände:

http://weitersowargestern.de/

Hier gibt es Infos über Aktionen in anderen Bundesländern zur Verbesserung der Rahmenbedingungen:

http://kita-buendnis.de/

http://www.kinder-sind-mehr-...

Viele Grüße
Heike

Heike Jussen
geschrieben am Sonntag, 09.05.2010
um 15:19 Uhr

Hallo Heike, danke für die Links. Es brodelt noch immer heftig in den Kitas, vorallem da auch die Eltern sehen das sich nichts bewegt. Viele Kolleginnen die ich kenne wollen dieses Jahr nicht zum Streik da die Stimmung noch vom letzten Streik so schlecht ist und sie sehen das die Kassen leer sind.
Zu Joopi, ja auch ich habe gehört das in dieser Position eine Gruppenleitung aussichtslos ist, da die "Pflegerinnen" als Ergänzungskraft zählen. Vieleicht ändert der Erziehermangel daran etwas. Es kommen keine rosigen Zeiten auf uns zu. Borne out lässt grüßen!
lg Pit

Pit
geschrieben am Donnerstag, 04.02.2010
um 17:15 Uhr

Hallo !
Stimmt es das in NRW eine Heilerziehungpflegerin in einem Kindergarten , keine Gruppenleitung übernehmen darf?? obwohl sie schon 7 Jahre dabei ist , und viele organisatorische dinge erledigt !
der Arbeitgeber sträubt sich , und wigelt ab !

Joopi
geschrieben am Donnerstag, 21.01.2010
um 17:07 Uhr

Hallo,

hier ein paar interessante Links für Menschen die sich noch mit dem Thema beschäftigen, obwohl nicht mehr gestreikt wird und das ist bitter nötig, denn bisher ist noch nicht wirklich spürbar was verändert worden, also setzt euch weiter ein für Verbesserungen!

http://weitersowargestern.de/

http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/article5793034/Laschets-Kitas-sind-gefaehrlich.html

http://www.derwesten.de/staedte/wattenscheid/Erzieherin-mahnt-Wir-wissen-wo-die-Grenzen-sind-id2346861.html

http://www.derwesten.de/nachrichten/Staedte-koennen-Kita-Platz-Zusage-nicht-halten-id2342782.html

http://www.news.de/politik/855039435/handwerker-sollen-erzieher-ersetzen/1/

Viele Grüße
Heike

Heike Jussen
geschrieben am Dienstag, 12.01.2010
um 19:51 Uhr

Hallo,
schön, dass es eine Reaktion auf meinen Eintrag gibt.
Manchmal bekommt man doch das Gefühl, dass es vielen egal ist unter welchen Rahmenbedingungen wir arbeiten.
Zumindest kenne ich einige Kollegen und Eltern die sich für eine Gruppenstärkenreduzierung, höheren Personalschlüssel und wesentlich bessere räumliche Standards einsetzen würden.
Wir würden gerne etwas gegen KIBIZ unternehmen Bildungspolitik ist ja leider Länderrecht und somit muss man das auf Landesebene angehen.
Schade denn bei den Rahmenbedingungen besteht doch wohl in allen Bundesländern noch mehr oder weniger Verbesserungsbedarf.
Nun ja wir versuchen gerade herauszufinden, was man unternehmen kann um eine Änderung des KIBIZ zu bewirken und in wie weit ver.di uns dabei unterstützen wird, da wir das eigentlich als ver.dis Aufgabe ansehen sich mit uns auch für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen einzusetzen und uns nicht nur tarifrechtlich zu vertreten.
Also wenn Ihr wie wir denkt, dass eine Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Zeit wesentlich wichtiger ist als mehr Gehalt, dann setzt euch dafür ein!
Fragt bei ver.di nach was wir machen können, vielleicht nimmt ver.di wenn genug Leute bekunden, dass sie bereit sind sich dafür einzusetzen an Aktionen zu beteiligen etc. die Organisation solcher Aktionen in die Hand. Denn ver.di hat die Strukturen und die Erfahrung so was zu organisieren.
Ich möchte mich jedenfalls aktiv dafür einsetzen, dass ich meinen Beruf wieder zufrieden ausüben kann und nicht das Gefühl habe nur Flickschusterei zu betreiben.
Denn ich weiß unter besseren Rahmenbedingungen könnten wir alle eine wesentlich besser Arbeit leisten, die allen Kindern und deren Eltern und letztendlich der Gesellschaft zu nutzen käme.
Grüße
Heike

Heike Jussen
geschrieben am Sonntag, 08.11.2009
um 18:31 Uhr

Ja genau das ist es was ich meine. Heike spricht meine und die Sprache vieler anderer. 2010 für mehr Gehalt zu streiken wird sehr schwierig. Können wir da wirklich hinter stehen und das verantworten? Natürlich sind wir um mehr Geld froh aber die Rahmenbedindungen in unserem Job stimmen nicht! Was nützt uns mehr Geld? Wenn wir krank sind können wir auch kein Geld ausgeben. Lasst uns erst einmal für andere Bedingungen kämpfen und wenn das umgesetzt ist für mehr Lohn und Gehalt. Wie sollen wir das denn den Eltern gegenüber verkaufen. Die stehen nur hinter uns wenn es um ihre Kinder und bessere Bedingungen geht.Wir brauchen kleinere Gruppen und mehr Personal.Das war auch der überwiegende Tenor beim letzten Streik. Die Wogen haben sich gerade beruhigt und dann geht es wieder um Geld und keiner wird auf unserer Seite sein. Gruß Pit

Pit
geschrieben am Dienstag, 20.10.2009
um 22:28 Uhr

Hallo,
ich finde, dass es in der Protestaktion nicht nur um mehr Anerkennung gehen sollte, sondern auch um einen verbesserten Personalschlüssel und eine Gruppenstärkenreduzierung. Das sollte ganz deutlich sein.
Denn mehr Anerkennung und somit Geld, sind zwar wichtig, machen uns aber nicht gesünder, sondern nur eine Verbesserung der Rahmenbedingungen.
Außerdem denke ich, lässt sich die Gesellschaft, die das letztendlich bezahlen muss, eher für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen gewinnen, denn diese wären auch zum Wohle der Kinder und würden somit letztendlich auch der Gesllschaft nutzen.
Sicher würde man dann auch mehr Mennschen gewinnen, welche die Protestaktion unterstützen, die ca. 65.000 erscheinen mir sehr wenig, wenn man bedenkt dass alleine in Köln 30 000 Erzieher demonstriert haben.
Viele Grüße
Heike

Heike Jussen
geschrieben am Samstag, 19.09.2009
um 09:06 Uhr

Wo stehen wir jetzt nach wochenlangem Streik? Unsere Gesundheit ist entweder schon hin oder sie wird es bald sein wenn sich die Arbeitsbedingungen nicht ändern. Die Umsetztung von Kibitz etc. wird mit dem Personalschlüssel und den hohen Kinderzahlen, vorallem den jungen Kindern, nicht möglich sein. Das macht uns auf Dauer krank. Das Gesetz muß gekippt werden. Gibt es denn keine Möglichkeit der Politik das klar zumachen??? Da müssen auch die Gewerkschaften ran und uns unterstützen. Ein Alarmzeichen, nämlich die steigende Zahl der Born Out Kranken im Erziehungswesen, muß doch mal die Leute wach rütteln.
L.G.Pit

Pit
geschrieben am Donnerstag, 10.09.2009
um 18:13 Uhr

Hallo Tina,
du sprichst mir aus der Seele. Es ist jetzt wichtig, dass wir gemeinsam weiterkämpfen und nicht von der Enttäuschung und dem Schweigen zugedeckt werden.
Die Enttäuschung der Kolleginnen war hoch, das hohe Engagement , der Mut auf die Straße zu gehen zeigt sich in der Abstimmung.
Es war aber nicht mehr möglich und jetzt muss die KLeinarbeit kommen, die Forderungen auf finanzielle Unterstützung der Einrichtungen und die Erhöhung des Personalschlüssels.
Wir dürfen nicht auf den nächsten Streik warten ,sondern alle jetzt vorhandenen Möglichkeiten und Netzwerke ausschöpfen und gezielte Aktionen vorbereiten.
Nur gemeinsam sind wir unausstehlich.

Helga Gebhard
geschrieben am Donnerstag, 03.09.2009
um 14:00 Uhr

Hallo Tina,

ich gebe dir recht es liegt an uns jetzt am Ball zu bleiben und nicht wieder wie du so schön sagst in den Dornröschenschlaf zu versinken.
Ich hoffe, dass viele die jetzt über Austritt nachdenken sich stark machen und weiter für unsere Arbeit, die wir gur machen eintreten.
Ich glaube aber das das nur gehen wird wenn Mitglieder die Initiative ergreifen und sagen, wir treffen uns .... Von der Bundesebene wird und kann es das nicht geben.
Also ist jeder Ortsbezirk gefragt solche Treffen anzubieten und ich denke da ist langer Atem gefragt.
Bei uns in war heute ein Treffen mit Frank Bsirske, die Teilnahme war für mich enttäuschend gering. Bei aller Kritik am Abschluss hier wäre die Möglichkeit gewesen ihn an den Mann zu bringen, aber es waren die üblichen Entschuldigungen, 15 uhr geht nicht, hab ich noch nicht Feierabend oder eben auch wie in meiner Freizeit.
Ich denke wir Erzieherinnen müssen lernen für das was wir brauchen und wollen auch einzustehen und die Zeit ist gut, denn noch sind wir im Gespräch und wir sollten weitermachen.
Wenn nicht jetzt wann dann
wenn nicht wir wer sonst
es wird zeit
wir treten für uns ein
gruß
ursula

Ursula
geschrieben am Donnerstag, 03.09.2009
um 20:17 Uhr

Hallo, ich bin seid 20 Jahren in diesem Beruf und noch niee habe ich bei einem Streik mitgemacht. Auch dachte ich immer "das bingt nichts!" Dieser Streik hat mir sehr viel bedeutet. Ich bin auf die Strasse gegangen und viele andere mit mir. Nie hat jemand gezweifelt der neben mir lief. Alle hatten die Nase voll und es gab Kolleginnen, die das erstemal zugaben überfordert zu sein.Öffentlich!!!
Am Montag hat bei uns die Schule wieder begonnen. Die Eltern lächeln- schade für euch- oder man kann nicht immer gewinnen-...........Alles hüllt sich in schweigen, es gibt keine Treffen mehr. Wo seid ihr???? Steckt die Taschentücher weg und holt Luft. Regelmässige öffentliche Aktionen müssen her. Wir brauchen einen festen Tag an dem wir uns treffen .Zentral und ohne die Notwenigkeit Einrichtungen zu schließen.Fallt nicht wieder in den Dornröschenschlaf und zieht nicht wieder den blauen Mantel an. Wenn nicht jetzt , wann dann?

Tina
geschrieben am Donnerstag, 27.08.2009
um 21:29 Uhr

Es ging darum, den sozialen Beruf, seine Bedeutung und zuletzt die Gehälter aufzuwerten. Das Angebot was zur Diskussion steht ist echt bedenklich - wir haben tatsächlich geschafft, den Status des alten BAT wiederherzustellen. Einzig die Sozialarbeiter im Jugendamt kommen wirklich besser weg. Der Erzieher hat einen Zugewinn von ca. 22 €. Dafür haben wir wirklich 6 Monate gekämpft??? Wie kann ich dies den Eltern erklären??? Irgendwie ist dies alles ein Hohn. Aus meiner Sicht muss man wieder an den Verhadlungstisch!!!!

nico
geschrieben am Donnerstag, 30.07.2009
um 18:40 Uhr

Hallo, ich arbeite seit über 20 Jahren als Kinderpflegerin in eingruppigen Kindergärten, d. h. ich erledige haargenau die gleichen Aufgaben wie meine Kollegin, die Erzieherin ist. Vor 5 Jahren wollte ich die Erzieherausbildung nachholen, musste aber feststellen, dass ich wieder ganz von vorn hätte anfangen müssen, nur die 2 Jahre Vorpraktikum wären mir erlassen worden! Warum kann man in den sozialen Berufen nicht auch wie in der Industrie auf die bereits erworbene Berufserfahrung aufbauen? - Wäre das nicht auch mal ein Verhandlungsthema?

Kinderpflegerin
geschrieben am Mittwoch, 29.07.2009
um 22:07 Uhr

Wir tragen unsere Geduld zu Grabe,
nun Geduld werden wir wohl auch weiterhin brauchen und einen langen Atem, denn das was in der Einigung erzielt wurde ist noch nicht das was wir uns wohl alle gewünscht hätten. Gleichwohl ist es das was zur Zeit machbar war und dafür ein Danke an die Verhandlungsführer, Danke auch dass es in Verdi möglich ist an der Basis mitzuentscheiden auch wenn das zuweilen auf verwunderte Gesichter stößt.
Ich denke allen die heute in Frankfurt dabei waren ist bewußt, dass mehr zur Zeit nicht machbar war. Die zentrale Frage lautet denn auch, sind wir in der Lage nach den Ferien ehr Menschen auf die Straße zu kriegen als vorher, sind wir uns weiterhin der Unterstützung der Eltern sicher.? In einigen wenigen großen Städten mag das sein, aber in der Mehrheit der Fälle müssen wir das wenn wir realistisch sind wohl eher verneinen.
Das bedenkt bitte ebenfalls wenn ihr bei der Urabstimmung euer Kreuzchen macht.
Ob wir durch einen längern Steik mehr erreichen könnten erscheint mir und erschien vielen heute mehr als fraglich.
Wir sind 220 000 mBeschäftigte in Köln waren wir 30 000 wieviel müssten wir sein um den Druck zu erhöhen doch annähernd die Hälfte der Beschäftigten und das nicht nur an einem Tag, das ist aus meiner Sicht vollkommen unrealistisch.
Schon jetzt diskutiere ich mit Kolleginnen darüber das nach den Ferien die Neuen Kinder... usw.
Ich bin nichtüberschwänglich begeistert aber realistisch wir sollten Ja sagen zu dem was erreicht wurde.
l.G. Ursula

Ursula
geschrieben am Montag, 27.07.2009
um 21:45 Uhr

Ich wollte nur mal darauf hinweisen, dass unser jetziger Streik um unsere Gesundheitsvorsorge nicht nur bis zur nächsten Tarifverhandlung geht. Was jetzt in Sachen Gesundheit ausgehandelt wird, bleibt uns für 15 Jahren. Deshalb sollte jeder wissen, wo er bei der möglichen bevorstehenden Urabstimmung sein Kreuzchen macht. Hier noch ein Link zur heutigen Aktion in München: Erzieherinnen tragen Ihre Geduld zu Grabe
http://www.youtube.com/watch?v=2QKmv-dUZSk

DrPoweronoff
geschrieben am Freitag, 24.07.2009
um 14:43 Uhr

Liebe KollegInnen,
mir ist wichtig etwas zu tun! Aber mein kirchlicher Arbeiteber hat uns Arbeitnehmern das Streikrecht entzogen!!! Das find ich eine Verletzung der Grundrechte. Die Begründung war, dass wir unserm Auftrag der Nächstenliebe nicht mehr gerecht werden können wenn wir streiken. Wie kann ich den Nächsten lieben und für ihn sorgen, wenn ich nicht mal für mich sorgen kann und darf! Wir müssen auf jeden Fall dran bleiben und diese Ungleichbehandlung und fehlende Wertschätzung aufdecken! Liebe Grüße
Bianca

Bianca
geschrieben am Freitag, 10.07.2009
um 09:43 Uhr

Wir müssen jetzt zusammenhalten.Mehr denn je ist dies ein wichtiger Zeitpunkt um unsere Forderungen durchzusetzten.
Trotz Sommerloch ( ;-) müssen wir mit Aktionen uns weiterhin präsentieren , sodass sie Öffentlichkeit endlich versteht : " Es geht uns auch um die Kinder.Sie haben Chancengleichheit verdient und dafür brauchen wir nun mal ausreichend Zeit, Material und mehr Personal und kleinere Gruppen !!! "
Ich werde mich nicht verstecken nur weil ich gute Arbeit machen WILL und JA die Arbeit liegt uns sehr im Herzen.Wir sind uns unserer Aufgabe und Verantwortung bewusst.Ist das der Öffentlichkeit auch bewusst ?
Kinderpflegerin Jolanda

Jolanda
geschrieben am Sonntag, 05.07.2009
um 18:24 Uhr

Noch nicht lange arbeite ich als Erzieher im Hortbereich einer Kita. MIt 25h pro Woche, also nicht einmal 900 EUR netto. Ein Freund von mir arbeitet bei einer Zeitarbeitsfirma in Holland und hat das Dreifache. Und dass, ohne täglich die Verantwortung um Menschenleben zu tragen.
Hinzu kommt, dass für die Elternarbeit garkeine Zeit nutzbar ist, dabei ist gerade diese so wichtig. Unser Träger möchte nun auf 30 h pro Woche erhöhen, allerdings ohne eine genaue Stellenbeschreibung wofür diese Zeit genutzt werden kann, so dass die Chefin schon angekündigt hat, dass wir mit sehr vielen Minusstunden umgehen müssen, da sie keinen Erzieher ohne Kinder einsetzen wird. Dabei braucht man doch gerade für die Vor und Nachbereitung am Computer, die Planung der Ferienspiele, die unzählingen organisatorischen Aufgaben, die Elterngespräche, und, und, und, viel Zeit.

Ich finde also dieser Vorstoß ist der Richtige und bin mit vollem Herzen dabei!

Sebastian
geschrieben am Sonntag, 05.07.2009
um 03:41 Uhr

Hallo zusammen besonders Ursula, danke f. dein Kommentar. Das macht nochmal Mut.Heute hab ich nochmal während der Arbeit gemerkt, wie wichtig unser Streik ist+ unsere Foderungen.
Zwei Kollegen sind krank geschrieben. Kinder wurden mit Fieber zu uns gebracht-krank.Als wir die Eltern benachrichtigten , wurde frech hinzugefügt, dass das zuvor die Noteinrichtung auch gesagt hat.Das nervt-weil das wahrscheinl. die Eltern sind , die sich am meisten aufregen und Terror Krieg gegen uns und ver.di führen.Wir stecken uns an, weil unser Immunsystem aufgrund v. Stress sowieso angegriffen ist.Wünsche allen hier in ihrer Schließungs-od Urlaubszeit viel Erholung und Stärkung. Fand es mal schön zu sehen wer alles meine Kollegen sind.

Marion
geschrieben am Mittwoch, 24.06.2009
um 23:39 Uhr

Die Arbeit einer Erzieherin, eines Erziehers war und ist früher wie heute eine Arbeit die viel zu wenig wertgeschätzt wurde und wird. Ich verstehe nicht, warum ich durch die Medien vordergründig vermittelt bekomme, dass wir Erzieherinnen "nur" mehr Gehalt, aufgrund von Lärm und gesteigertertem Arbeitsanforderungen fordern, denn die Bedingungen waren stets anspruchsvoll und sind noch anspruchsvoller geworden.

Es scheint so, als wäre es immer noch vielen ErzieherInnen peinlich für ihre wertvolle Arbeit an sich den Lohn erhalten zu wollen. Von mir aus können gerne zu drastischen Lohnerhöhungen Sonderzahlungen für besondere Belastungen hinzukommen.

Uns Erzieherinnen gebührt schlicht und einfach schon seit Jahrzehnten ein besseres Ansehen, Entlohnung, Aufstiegschancen und Erholungszeiten, nicht erst jetzt und nicht weil wir unter gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingugen arbeiten, sondern weil wir einen verdammt verantwortungsvollen und wichtigen Arbeit leisten und geleistet haben.

Mit besten Grüßen von einer Burn-out-Lärm-Geschädigten bald Studentin

Sylvia Daub
geschrieben am Mittwoch, 24.06.2009
um 21:08 Uhr

Mit viel Spannung haben wir alle in den letzten Tagen die Verhandlungen verfolgt... um nun leider enttäuscht zu werden... Ich war vom ersten Steiktag an dabei und bin aber langsam auf einer kleinen Durststrecke angekommen. Dennoch wollte ich uns allen ein bißchen Mut zu sprechen. Wir müssen durchhalten und den Arbeitgebern beweisen dass wir einen langen Atem haben und unsere Arbeit nun endlich einmal wertgeschätzt werden soll. Ich bin zwar noch eine der jüngeren Kolleginnen, dennoch lernte ich den harten Alltag schnell kennen. Und nicht nur das! Ständig hört man Sätze wie "Ihr spielt ja nur!" "Ihr trinkt doch nur Kaffee!" Solche Sätze sind euch ja sicherlich bekannt.
Mittelerweile leite ich eine dreigruppige Einrichtung in einem Brennpunktgebiet. Und die Vorstellung dass ich noch 40 Jahre, unter teilweise äußerst schwierigen Bedingungen für so wenig Geld arbeiten muss, stimmt mich persönlich nachdenklich. Deshalb hoffe ich dass wir alle lange genug durchhalten und unsere Arbeitsbedingungen verbessert werden! Wir müssen zusammen halten, denn letztlich geht es um die Zukunft aller hier im Land, denn wie heißt es sö schön: Kinder sind unsere Zukunft. Wir im Sozial- und Erziehungsdienst sind ein Teil dieser Zukunft! Dafür müssen wir kämpfen! In diesem Sinne hoffe ich dass wir alle durchhalten werden!

Nadine
geschrieben am Sonntag, 21.06.2009
um 13:11 Uhr

Hallo Marion, nicht nur im WDR Blogg muss Frau kämpfen. Im Forum der Tagesschau ist es noch schlimmer, soviel Dummheit und Unwissenheit ist kaum noch zu ertragen.
Eine objektive Berichterstattung wünschen wir uns vergeblich.
Ich habe heute meinen Minis im Kindergarten gesagt dass ich Montag ,Dienstag nicht da bin sie gefragt wo sie glauben dass ich bin.
STREIKEN WO SONST ich fragte wisst ihr warum? Ja für mehr Geld. Nur zum Teil war die Antwort. Ach ja und für bessere Arbeitsbedingungen sagte ein Schulkind. Ja und weil wir zu laut sind.
Ich habe den Minis dann gesagt , das müßt ihr nicht glauben, wir wissen dass Kinder laut sind und das ihr das auch sein dürft aber unsere Räume sind nicht gut nicht für uns und nicht für euch. Die Kinder hatten eine Menge vorschläge was man machen könnte um das zu ändern, dickere Mauern, was an die Decke kleben... .
SIe wollten wissen wer denn an den beiden Tagen bei ihnen wäre.
Ich sagte vielleicht die Frau die hier manchmal aushilft. Dan bleibe ich zuhause sagte ein Kind und mehrere andere stimmten dem zu.
Dier Eltern wurden dann beim Abholen von ihren Kindern informiert (zusätzlich zum roten Streikplakat) und von 15 Kindern bleiben 12 zuhause. Die Eltern meiner Gruppe ermutigen uns zum Streiken obwohl einige Aktivitäten wegen des Streikes ausgefallen sind, und stehen hinter uns was ein sehr schönes Gefühl ist.

wenn nicht jetzt wann dann, wenn nicht wir wer sonst
wir machen weiter auch nach den Ferien
ursula

Ursula
geschrieben am Freitag, 19.06.2009
um 22:56 Uhr

Erst einmal Hallo aus Köln an alle Interessierten! Ich bin derzeit ziemlich ärgerlich wenn ich höre, was wir den Familien und den Kindern mit unserem Streik antun. Dies wird leider von den Arbeitgebern bewußt eingesetzt und auch von der/dem eine/n RedakteurIn in der Presse verbreitet. Wir tun dies, damit sich auch die Bildungsqualität erhöht. Wir wünschen uns kleinere Gruppen und einen höheren Personalschlüssel damit wir die Kinder effizienter und möglichst mit geringen Ausfallzeiten bilden und betreuen können. Zu unseren Aufgaben gehören neben der Warnehmung jedes unserer Kinder mit all seinen individuellen Förderungsbesonderheiten auch die Beratung der Eltern, der Kontakt zu anderen Institutionen zB. Frühförderzentren, sowie die Reinhaltung der Gruppen und die Essenszubereitung. Man muß sich vorstellen eine Kita ist ein Haushalt, nur mit größeren Dimensionen. Das bedeutet wenn eine Kollegin mit Kochen, Wäschepflege oder Spülen beschäftigt ist, ist die andere Kollegin mit bis zu 25 Kindern allein in der Gruppe. Benötigt ein Kind dann besondere Zuwendung ist unsere sprichwörtliches Organisationstalent und Kreativität gefragt. Oft kommen dann auch noch andere Menschen die dann "nur kurz"etwas sagen, fragen, oder besprechen möchten, auch das kriegen wir hin!
Aber dann sind wir wirklich abends ziemlich ausgelaugt. Multitasking ist sehr kräftezehrend. Der Krankenstand hat sich erhöht dies ist nicht von der Hand zu weisen. Wir wollen das auch für die Kinder nicht mehr !!!

Claudia Raulin
geschrieben am Montag, 15.06.2009
um 17:10 Uhr

...dass man im WDR Blog zum Thema teilweise echt kämpfen muß...manche greifen echt an.Die Argumente gegen den Streik beweisen noch oft, dass viele keine Ahnung haben.Es wird zum Bsp. verglichen früher mit heute, als hätte sich nichts verändert.Dabei wird gesagt, dass d. Erzieher früher auch auf kl. Stühlen gesessen hätten.Es wird dort immer wieder gesagt, dass zur Zeit noch Friedenspflicht bestehe.Wir hätten nicht das Recht jetzt zu streiken.Außerd. wird gesagt, dass wir zum Zeitpunkt der Verhandlungen (Fulda) auch nicht streiken dürften, da auch dass das Streikrecht verletze.Würde mich freuen , wenn auch andere mal in diesem Blog schreiben. Somit könnten wir versuchen weitere Menschen hier im Netz zu überzeugen.

Marion
geschrieben am Montag, 15.06.2009
um 20:34 Uhr

Hallo zusammen!
Nicht nur in den Kitas, sondern auch in den OGS-Einrichtungen (Offene Ganztagsschule) herrschen schlimme Zustände.
Leider werden wir nicht so war genommen und wir gehen überall unter. Obwohl wir ebenso fordern und ebenso aktiv sind, wie unsere Kollegen in den Kitas.

Sandra
geschrieben am Dienstag, 09.06.2009
um 20:56 Uhr

Meine Erfahrungen als Mutter ist:
Die Arbeit der Erzieherinnen (in diesem Fall unsere Kita für unter 3 jährige) ist unersätzlich. Was unsere Kinder in dieser Zeit dort lernen konnten und durften, können wir als Eltern niemals in so kurzer Zeit für unsere Mäuse erreichen.
Noch eine Ergänzung (15 Kinder in der Zeit von 7.30 Uhr bis 15.00 Uhr mit allem drum und dran).... noch Fragen? :-)
Die machen das wirklich supertoll und das ist wirklich anstrengend!
Ich bin deshalb der Meinung das es mehr als wichtig ist die Arbeit unserer Erzieherinnen zu fördern und zu honorieren. Die Menschen müssen begreifen das wir alle unsere Kitas mit den Erzieherinnen mehr als nötig brauchen - für die Zukunft unserer Kinder und deshalb kann es einfach nicht sein das die von den Arbeitgebern geforderte Arbeitsleistung so gering geschätz wird. Viel Erfolg !!!!!
Lieben Dank an alle Erzieherinnen und Erzieher !!!!!!!!!!!!! Schön das es Euch gibt

Yvonne Fischer
geschrieben am Dienstag, 09.06.2009
um 13:21 Uhr

Hilfe meine Anzeige *kicher*

Ja der Zusammenhalt in unserer Einrichtung ist einmalig.
Auch zukünftig werden wir uns gegenseitig motivieren und den Streik gemeinsam durch halten.

Eben gerade habe ich Nachrichten gesehn.
Ehrlich gesagt ärgert es mich schon sehr "wie viel" vom Streik berichtet wird.
Der Beitrag ging vielleicht 20 sec lang.

Zuvor wurde man Minuten lang über die Opelkrise informiert.
Sieht man allein daran nochmal deutlich wie wichtig Erzieher, Kinder und die Zukunft beider ist?

Daniela Schnellbach
geschrieben am Mittwoch, 27.05.2009
um 20:07 Uhr

Hallo alle zusammen,
Unsere Einrichtung beteiligt sich von Anfang an Aktionen und Streiks. Nie war der Zusammenhalt so stark wie jetzt. Wir halten durch und kämpfen bis zum Ende!
Gerne möchte ich hier eine Stellenanzeige einstellen die meine Kollegin Daniela entworfen hat, vielen Dank dafür.

Erzieher/in in Vollzeit gesucht

Folgende Qualitäten sollten Sie mitbringen:

Engagiert, geduldig, zuverlässig, gebildet, verantwortungsbewusst, humorvoll, sensibel, wachsam, fleißig, vorbildlich, teamfähig, verständnisvoll, gelassen, kultiviert, freundlich, hilfsbereit, einfühlsam, liebenswert, flexibel, konsequent, durchsetzungsfähig, ausgeglichen, kreativ, belesen, erfinderisch, fürsorglich, pünktlich, belastbar, optimistisch, höflich, friedlich, redegewandt, und empathisch sollten Sie sein.

Sie sollten sich im Bereich der Mathematik, Chemie, Medizin, Physik, Biologie, Musik und Kunst gut zurecht finden und sich regelmäßig sowie eigenständig in Form von Fortbildungen in jeglicher Hinsicht auf dem neusten Stand halten.

Sie mögen das Beste aus jedem Kind herausholen, es individuell und vielseitig fördern, um ihm eine sichere Basis für die Zukunft zu schaffen

Wir bieten Ihnen:

Zu viele Kinder auf engem Raum, Überstunden, Rückenschmerzen, lautstarke Stunden, eventuell einen Tinitus, miese Bezahlung, keine Möglichkeiten der finanziellen Übernahme von Fortbildungen, kein Einhalten des Bildungsurlaubs, täglich neue Herausforderungen, nette Sprüche über Kaffee trinkende und im Sandkasten spielende Tanten, zunehmend schlechtere Bedingungen, ständig neue Anforderungen, keine Möglichkeit der Einbeziehung des Bildungsplans, Feierabende in Unzufriedenheit, mangelnde Vorbereitungszeit, Personalmangel, keine Entwicklungsgespräche mit Eltern und Therapeuten, durch Zeitmangel kein Austausch mit Kollegen.

Noch Interesse an der Stelle?

Hilgers Gabi
geschrieben am Mittwoch, 27.05.2009
um 19:42 Uhr

Toll, heute waren so..viele Kolleginnen+Kollegen bei uns in HH mit auf der Straße.
Und viele Eltern unterstützen unser Anliegen, super!
Ich habe mich auf dieser Seite im April schon zu Wort gemeldet und schaue in Abständen immer mal auf diese Seiten, es tut gut, zu wissen, daß wir nicht ALLEIN sind.
Wir sind VIELE und wir sind STARK.
Die Wirtschafts- und Finanzkrise darf nicht auf unserem Rücken und schon gar nicht auf dem Rücken der Kinder "ausgetragen" werden. Was jetzt nicht in unsere Kinder investiert wird, kann zum Verhägnis werden.
Mir , uns Allen, die wir uns hier zu Wort melden und auch auf die straße gehen, liegen die Kinder und ihr Wohl am Herzen. Ich bin motiviert und will die Hoffnung auf bessere Zeiten noch nicht aufgeben, für uns und für die Kinder, die wir betreuen.
Es kann nicht sein, daß unsere Aufgaben immer mehr werden, aber wir keine Vorbereitungszeit dafür bekommen bzw. uns zukünftig gar weniger Geld gezahlt werden soll.
Die Förderpläne; 4 1/2 jährigen Berichte; Entwicklungsberichte sind ja in Ordnung, doch die Zeit, sie zuschreiben muß uns dafür auch zur Verfügung stehen.
Ich habe in den Jaheren(17), seit ich in HH arbeite, regelmäßig an Fortbildungen teigenommen. Da ich seit über 13 J. mit geistig und körperlich mehrfachbehinderten Kindern arbeite, habe ich nun auch eine Zusatzqualifikation zum Heilerzieher begonnen.
Also, es ist nicht so, daß ich auf meinem Ausbildungsstand (Krippenerziehrin) stehen bleibe ob ich mit jetzt 51die Rente gesund erreiche?

Ina Kleuckling
geschrieben am Dienstag, 26.05.2009
um 22:38 Uhr

Ich arbeite seit 2 Jahren in einer kommunalen Kita als Integrationshelferin (Sonderpädagogik/BWL MA-ABschluß) und darf dort die Mißstände unseres sozialen "Bildungs"-Systems "genießen"!
Wir ErzieherInnen, Sonder- und Sozialpädagogen, Integrationshelfer und viele andere sehr gut ausgebildete Menschen arbeiten in DER Institution, die ein Mensch in der Regel als erste seiner Bildungskarriere besucht! Wir legen Grundsteine des sozialen Miteinanders in einer Gruppe! Und damit auch Grundsteine für die Gesellschaft von Übermorgen! Wir formen, erziehen, bilden! Das ist sehr viel mehr als die öffentliche Meinung: "Die spielen ja nur mit den Kindern! Das kann ich auch" feststellt.
Solange sich die Einstellung in der Öffentlichkeit für unsere Berufung nicht ändert...
ALSO, Öffentlichkeitsarbeit ist angesagt! Wir brauchen ein gesundes Selbstbewußtsein! Wir sind Spezialisten für Bildung, Erziehung und soziale Kompetenz! Als solche sollten wir uns auch verstehen! Und dementsprechend auftreten! Und die Steine, die man uns in den Weg legt? Einsammeln!!
Denn auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen! Und was gibt es Schöneres als die nächste Generation ins Rennen zu schicken?!

Miriam Huß
geschrieben am Sonntag, 24.05.2009
um 13:55 Uhr

Ich bin seit 10 Jahren im Beruf und arbeite Vollzeit.Meiner Meinung nach wird seit Jahren Wählerfang betrieben ,besonders mit der Aufnahme von Kindern unter 3 Jahren.Wir gewöhnen nach dem Berliner Modell ein(was ich ganz gut finde).Aber nach der Eingewöhnung stehen die Kinder oft alleine da. Dann kommen die nächsten Kinder und die Eingewöhnung beginnt von vorne.6 Kinder (2Jahre) in einer Gruppe von 25.Eingewöhnen,Wickeln,Bezugsperson sein,Kolleginnen unterstützen,Dienste übernehmen,Küche übernehmen, Desinfizieren, Elternarbeit,Praktikumsanleitung, Gruppenaktivitäten planen + durchführen, Beobachten+Dokumentieren,Fortbildungen besuchen,Vorbereitungszeiten fallen oft aus,Sprachförderung,Entwicklungsbögen schreiben, alle Altersgruppen im Blick haben und Fördern, usw.
Wir tun mehr als Basteln und Kaffee trinken. Und es geht eigendlich nicht nur um uns,sondern auch um die Kinder.Mehr Zeit für die Bedürfnisse der Kinder haben.Wie oft beobachten wir , daß es ruhiger und entspannter in der Gruppe ist wenn weniger Kinder da sind.Viele Kinder brauchen mehr Zuwendung.Und das geht eben besser mit kleineren Gruppen. Vor allen bei den Kindern unter 3 Jahren.Die Politik sollte auch mal an die Kinder denken. Nicht an die Wähler. Und die Arbeitgeber der Eltern sind auch nicht Familienfreundlich.Viele Eltern bekommen Probleme ,wenn das Kind krank wird.Die Arbeitszeiten sind auch nicht Familienfreundlich. Kein Wunder ,wenn keiner mehr Kinder haben möchte. Denkt an die Kinder.

B.Kösling
geschrieben am Freitag, 22.05.2009
um 19:52 Uhr

Hallo, eigentlich "darf" ich ja hier gar nichts schreiben, da ich weder als Erzieherin noch als Kinderpflegerin,sondern als Sprachtherapeutin ineiner Sprachheilkita arbeite.
Ich finde, dass die Protestaktionen schon längst "überfällig" waren und auch ich würde gerne mit auf die Straße gehen! Leider "darf" ich nicht, denn wir Therapeuten haben einen anderen Tarifvertrag, sind aber genauso von den Missständen betroffen! Ich sitze ebenfalls seit 20 Jahren auf für Erwachsene völlig ungeeigneten Stühlen, habe massive Rückenprobleme, bin den steigenden Anforderungen von außen dem immer schwieriger werdenden Klientel, dem zunehmenden Stress genauso ausgesetzt, wie die Kolleginnen im Gruppendienst! Hinzu kommt noch, dass wir Therapeut/Innen nicht nur viele Aktionen in den Gruppen durchführen, sondern immer häufiger die kolleginnen dort bei krankheitsbedingtem Ausfall vertreten dürfen.
Leider kann ich nicht mehr viel schreiben, da der Platz nicht ausreichend ist. Noch folgendes: ich unterstütze die Kolleg/Innen im Arbeitskampf ( währenddessen "Muss" ich als Gewerkschaftsmitglied inder Notgruppe arbeiten und bei den Eltern um Verständnis werben)und hoffe, dass unsere Forderungen erfüllt und allen in den TE an der "Basis" tätigen Berufsgruppen zugute kommen.

Angelika Coufal
geschrieben am Sonntag, 17.05.2009
um 20:55 Uhr

Wenn unser Bildungssystem ein Gebäude wäre, was für eins wäre es?
Wäre es ein Schloss?
Wenigstens ein solides Mehrfamilienhaus?
Unser Bildungssystem erinnert mich mehr an Häuser, die ich auf Kuba sah.
Alte, marode Koloanialhäuser- deren Wände bröckelten. Der Putz und auch die Steine fielen auseinander und die Holzbalken bogen sich.
Und unsere Vorgesetzten kommen immer mal wieder mit einer Rolle Tapete vorbei- oder mit einem Eimer Farbe. Das sieht ja nach außen so schön aus! Aber die Wände halten nicht und die Last liegt auf unseren Schultern!
Wir brauchen keine Tapete und auch keine Farbe- was wir brauchen, ist ein neues Haus!
Lasst uns gemeinsam ein Schloss bauen!!

Matthias Moch
geschrieben am Samstag, 16.05.2009
um 13:26 Uhr

Ich sage Euch, und allen Betroffenen, auch in einer NRW Kleinstatdt herrschen katastrophale Zustände. Selbst in RK Einrichtungen mit integrativen Gruppen, die
ja immer mit besonderer Werbung schmackhaft gemacht werden, eine Erzieherin mehr,
besondere Förderung usw. ist der Krankenstand so groß, daß tatsächlich doch nur eine
Verwahrung der Kinder stattfindet!

Wie kann man eine soziale / christliche Einrichtung unter gewinnbringenden Aspekten führen?

Ackermann ist eigentlich ein sch... Vorbild!!!

Mir ist so schlecht!!

MfG Pete B.

Pete Best
geschrieben am Montag, 11.05.2009
um 22:22 Uhr

Ich arbeite seit 12 Jahren als Erz., habe "nebenbei", diverse Weiterbildungen u. Ausbildungen wie z.B. Montessoridiplom, Heilpädagogin abgeschlossen. Dieser Beruf war mal mein Traumberuf. Jetzt glaube ich, dass ich diese Arbeit nicht bis zur Rente ausüben werden kann. Ich kann nur alle bisher aufgezählten negativen Aspekte bestätigen. Das Schlimmste ist, dass die Öffentlichkeit, Eltern u. sogar unser Arbeitgeber gar keineVorstellung davon haben, was ein Pädagoge alles leisten muss. U. das mit verkürzten Arbeitszeiten und dem "Untergraben" des aktuell geltenden Personalschlüssels. 1:13? Das ich nicht lache! Es gibt ja schließlich noch halbtags- und 6-Std. Kinder, die sich die Plätze teilen. I. d. R. liegt der Schlüssel bei uns bei 1:18. Vorbereitungs- u. Nachbereitungszeiten? Das sind Fremdwörter für uns. "Wann machen Sie denn das alles?" Bildungsplan umsetzen, Beob. , Dokum., Portfolio, Projektarb., offene Arbeit, Elternarbeit, Zusammenarb. m. Behörden, Entwicklungsberichte u. Förderpläne schreiben .. Während die Kinder spielen, unter Mittag im verdunkelten Gruppenzimmer an kleinen Kindertischen, nach Feierabend, ... Doch wann bleibt Zeit zum Kraft tanken? Auf der Strecke bleiben: Gesundheit, Motivation,Elan, Kreativität, die Freude an der Arbeit. Lob? Anerkennung? Gibt es immer weniger. Kritik? Gibt es immer häufiger. Logisch, unter den Bedingungen kann die Qualität nur auf der Strecke bleiben. Wer leidet am meisten darunter? Unsere Kinder , wir Erzieher und die Eltern.

Yvonne Pritz
geschrieben am Mittwoch, 06.05.2009
um 17:12 Uhr

Als staatlich anerkannte Erzieherin kann ich all den anderen Diskussions-TeilnehmerInnen nur zustimmen. Ich selbst fühle auch große Frustration über die pädagogische Realität in Deutschland. Einerseits ist unser Beruf so anspruchsvoll, gesellschaftlich wichtig und wertvoll. All unser pädagogisches Handeln hat weitreichende Konsequenzen, weil Kinder in diesem Alter noch so offen, verletztlich sind und nachahmen. Andererseits spiegelt das der pädagogische Alltag so gar nicht wieder. Es gibt viel zu wenig Personal, um wirklich gute Arbeit zu leisten. Den Orientierungsplan finde ich vom Ansatz her gut, nur die Umsetzung geht mir viel zu sehr ins Funktionelle. Als ob Kinder Computer wären, die man nur richtig zu programmieren braucht. Da frage ich mich schon, wessen Interesse ich hier umsetzen soll: das der Kinder? Oder das einer Wirtschaft, die funktionierendes und hochleistungsfähiges "Humankapital" braucht?!? Ich habe nicht das Gefühl, das ich unter diesen Arbeitsbedingungen auch nur einem Kind wirklich gerecht werde. Ich finde, das Kinder und ihre Kindheit mit all ihren Bedürfnissen heutzutage auf der Strecke bleiben.
Ich wünsche mir, daß wir endlich aufstehen und sagen: so nicht, mit uns nicht.
Ich wünsche mir ein gesellschaftliches Umfeld, das Menschlichkeit vor Wirtschaftskraft, Rentabilität und Profit setzt.

Sonja Voßen
geschrieben am Sonntag, 03.05.2009
um 12:45 Uhr

Seit über 40 Jahren arbeite ich in diesem Bereich und habe immer wieder dafür gekämpft, dass dieser Frauenberuf anerkannt und entsprechend entlohnt wird.
Die Aufgaben sind in den letzten Jahren immer zahlreicher geworden und die Belastung steigerte sich. Trotzdem ist eine hohe Akzeptanz und Zufriedenheit mit der Berufswahl.Ich freue mich auf die Arbeit mit den Kindern und mit den unterschiedlichsten Eltern.
Ich arbeite im Moment nur noch einen Tag in einer Einrichtung zur Sprachförderung und Unterstützung,die restliche Zeit als Personalrätin für die Kolleginnen und Kollegen.
Betroffen macht mich die Überlastung der Kolleginnen, durch immer knapperen Personalbesetzungen, hohem Krankenstand,Umsetzung von Standards, Orientierungsplan und Dokumentationen. Gleichzeitig erlebe ich ,dass es in diesem Beruf möglich ist, Teilzeit zu arbeiten und die Betreuung der eigenen Kinder zu organisieren. Das war vor 25 Jahren undenkbar.
Leider stimmt die Bezahlung immer noch nicht und Aufstiegschancen sind begrenzt.
Noch schwieriger finde ich ,dass es für Kolleginnen, die ausgebrannt und kurz vor der Rente stehen, keine Möglichkeiten eines verträglichen Ausstiegs aus diesem Beruf gibt.
Viele würden weniger arbeiten oder nur noch begrenzte Arbeiten übernehmen, wenn es nicht verheerende Auswirkungen auf die Rente hätte.
Ein Sabbatjahr kann mit diesem Gehalt auch nicht angespart werden.
Deshalb ist der Tarifvertrag für die Gesundheitsfürsorge und eine höhere Eingruppierung dringend erforderlich.

Gebhard, Helga
geschrieben am Samstag, 25.04.2009
um 21:54 Uhr

Ich arbeite seit 16 Jahren in Kinder-und Jugendeinrichtungen. Seit 10 Jahren bin ich Angestellte (in Teilzeit) eines kommunalen Trägers. 19,25 unbefristete Stunden/Woche. Die restlichen 8 bis 10 Stunden werden meist auf ein Jahr befristet. Vor 4 Jahren wurde unsere Einrichtung ein Familienzentrum. Inzwischen besteht das Zentrum aus 3 Häusern mit insgesamt 14 Gruppen und fast 40 MitarbeiterInnen. In Kooperation mit anderen Einrichtungen und Trägern entstehen Angebote für die 200 Familien.
Mehr als sinnvoll findet dies statt in einem Stadtteil mit hohem Anteil an Familien mit Migrationshintergrund und Familien, die von Armut und allen möglichen schwierigen Situationen, die Ihr Euch in unserem Sozialstaat so vorstellen könnt, betroffen sind.
Ein wertvolles Projekt, das getragen wird von hochqualifiziertem und motiviertem Personal. Größtenteils ErzieherInnen und Sozialpädagogische AssistentInnen.
UNFASSBAR, dass Engagement und Kompetenz in diesem Land mit Unterbezahlung bzw.Heruntergruppierung belohnt werden. Allein die Androhung ist eine Unverschämtheit!
Wer gehört werden will, muss seine Stimme erheben.
Wer nicht kämpft, hat bereits verloren!
Beteiligt euch zahlreich an den bundesweiten Protesten...denn sonst können wir uns unseren "Job" bald nicht mehr leisten!!!

Silvia
geschrieben am Montag, 20.04.2009
um 21:14 Uhr

Ich wohne in Geesthacht und arbeite in einer KiTa der Vereinigung, in Barmbek vollzeit. In der Vereinigung arbeite ich seit 17 Jahren. 1992 kam ich als gelernte Krippenerzieherin mit Fachschulabschluss nach Hamburg in eine Krippengruppe in Steilshop. Ich absolvierte mein "100 Stundenprogramm" und erhielt 1993 meine staatliche Anerkennung als Erzieherin.

 

Nachdem ich 1995 nach einer Langzeiterkrankung zurück in den Dienst kam, arbeitete ich als Krankenvertretung in 3 verschiedenen Einrichtungen (Barmbek, Jennfelder Allee, Rübe 123) mit schwerst-, merhfachbehinderten Kindern, elementar Kindern und Kindern in einer Sprachheilgruppe. Da mir die Arbeit in der Einrichtung Barmbek besonders gut gefiel und mich die KoleggenInnen auch wiederhaben wollten, bin ich seit 1997 im Rübenkamp in Barmbek. Was mir an der Vereinigung sehr gut gefiel, war von Anfang die Möglichkeit der Weiterbildung, welche ich in den Jahren auch sehr oft genutzt habe. Schade, dass die Villa in Reinbeck (Viktor-Golenz-Haus) nicht mehr von der Behörde unterhalten wird. Die Atmosphäre dort war sehr gut.

 

In meiner jetzigen Tätigkeit betreuen wir 3 schwerstbehinderte und 5 behinderte Kinder zu dritt. Bis vor zwei Jahren waren wir noch zu zweit mit 3 schwerstbehinderten und 6 behinderten Kindern. Erst als sich unsere KiTa Ärztin dafür stark machte, wurde der Personalschlüssel verändert. Wir betreuen in unserem Bereich 36 Kinder in 4 Gruppen.

 

Ich hänge mit meinem ganzen Herzen an meiner Arbeit. Die Eltern vertrauen uns das Liebste, was sie haben an. Das ist mir sehr wichtig, mich auch um jedes Kind gut zu sorgen.

 

Früher gab es noch in der Vereinigung die Möglichkeit der Hausbesuche. Meine Kollegin und ich machten diese auf Wunsch der Eltern in unserer Freizeit. Heute sind pädagogische Einschätzung, therapeutischer Förderplan, Entwicklungsbericht, 4 1/2-jährigen Bericht, Einschätzung für das Werner-Otto-Institut und andere unterstützende Einrichtungen zu schreiben, Elterngespräche mit dem Therapeuten, Gespräche mit Familienhelfern, Gespräche in Vorbereitung auf die Schule u.v.m. zu führen. Mir sind die Kinder sehr wichtig. Zu sehen, wie sie sich entwickeln und kleine Fortschritte machen, ist der Sinn meiner Arbeit.

 

Dem Lärmpegel, dem wir täglich ausgesetzt sind, ist in den vergangenen Jahren sehr gestiegen. Unsere Kinder sind zwischen 3 und 7 Jahre alt, was bedeutet, dass wir schwere Arbeit leisten. Von unserer Arbeit profitieren vor allem die Kinder, aber auch die Eltern, denn sie werden für einige wenige Stunden entlastet. Für unsere Arbeit und die Eltern wäre ein Sozialarbeiter / eine Sozialarbeiterin in der Einrichtung sehr wichtig, der / die bei Fragen wie "Wo gibt es Unterstützung?", "Welche Möglichkeiten gibt es noch für mein Kind?" hilft. Uns ErzieherInnen könnte dieser / diese bei der Koordinierung mit Familienhelfern und dem Sozialamt oder weitere Institutionen helfen.

 

Ich bin 51 Jahre alt und habe durch meinen Arbeitsweg und durch die körperliche Belastung, besondere Anstrengungen zu bewältigen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, diese Arbeit bis zu meinem 67. Lebensjahr zu leisten. Wer, wenn nicht wir, setzt sich für die Interesen der uns anvertrauten Kinder ein? Wir sind mehr denn je gefordert! Unser Arbeitgeber will uns mit den z.Z. laufenden Tarifverhandlungen neu eingruppieren. Da bleibt nichts im Besitzstand (geplant sind 8% vom Jahresgehalt, circa 500 Euro). Die Lebenserhaltungskosten werden immer höher und uns will man Geld kürzen. Wann wird unsere Arbeit endlich von der Öffentlichkeit anerkannt und wir entsprechend entlohnt? Die Kinder sind unsere Zukunft und in die Zukunft muss trotz bzw. wegen Finanz- und Wirtschaftskrise investiert werden und zwar so, dass wir weiterhin motiviert und aufopfernd unserer Arbeit nachgehen.

Inlo
geschrieben am Montag, 20.04.2009
um 11:48 Uhr

Mittlerweile rate ich auch von unserem Beruf ab. Seit november 08 sind wir vom BAT zur KODA gewechselt (TVöD) und ich muß sagen viel gutes bringt er nicht... Eigentlich garnichts. Zum Glück kam ja die Tariferhöhung bei uns, aber die knapp 200€ sind ja ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ich hab seit der Ausbildung (fertig 2001) bis heute nur mit befristeten Verträgen gearbeitet und noch warten ich. Vielleicht tut sich ja was positives durch den Krippenausbau. Bei uns ist es wie bei all den anderen... Arbei Arbeit Arbeit.... nur kaum am Kind. Umsetztung des Orientierungsplanes, Öffnung des Hauses, Beobachtungsbögen, Sprachförderung, Qualitätsmanagement, Konzeption aktuell erhalten, Portfolios, und und und. Und das ist auch nur ein Bruchteil dessen was wir tun. Dieser Beruf ist unterbezahlt! In welchem Berufszweig sind jemals die Anforderungen so rasant gestiegen?.. Seit meiner Ausbildung gab es so viel neues... und man kann nicht einfach sagen ich mach das nicht!
Durch den geringen Verdienst ist es auch für mich schwierig eine bezahlbare Wohnung zu finden. Eine in der man sich wohlfühlt und kein Schuhkarton ist. Flexibel soll man sein, das bin ich auch - brauche also täglich mein Auto um zur Arbeit zu fahren (23km ein Weg) - andere fahren sicherlich mehr... Auch das wird kaum gewürdigt... wer weiß wie sich das noch mit der pändlerpauschale ändert....
Viel wichtiger ist es jedoch, dass sich bei uns was ändert!!!!
Angleichung auf allen Ebenen -Gehalt-Personal-Rahmenbedingungen-.

Ramona R.
geschrieben am Sonntag, 19.04.2009
um 19:27 Uhr

ich bin seit ca. 20jahren im beruf...
die arbeitsbedingungen haben sich mit kibiz noch mehr verschlechtert!!!
ich vermisse z.b.die zeit wo ich oft mit den kindern intensiv spielen oder kinder gezielt beobachten,fördern oder oft besondere aktivitäten für die kinder anbieten konnte- hatte auch dafür die nötige vorbereitungszeit gehabt!!!
HEUTE haben die kinder das nicht oft sondern selten :-(
ich bin viel mit papierkram beschäftigt,gruppengröße hat sich erhöht,müssen personalmangel aushalten,viele kinder unter 3jahren,keine gelder für die U3Kinder usw.
KLAR krankenstand hat sich erhöht und unser akku ist viel schneller alle.
immer wieder neue aufgaben und keine angemessene bezahlung.WIR MÜSSEN GEM.DAGEGEN WEITER KÄMPFEN!!!

Rosa L
geschrieben am Samstag, 18.04.2009
um 19:19 Uhr

Hallo Susanne,

ich übernehme einige Zeilen von Dir, da sie den Nagel auf den Kopf treffen!

„Wie stellt sich der Außenstehende den Beruf der Erzieherin vor?
Die Standartsituation: Als erstes kommt ihm wohl eine Erzieherin in den Sinn, die mit ein paar Kindern am Tisch Memory, Uno o.ä. spielt.
So, und wie sieht die Realität aus?
Ich spreche mal ganz für mich selbst: Ich bin Gruppenleitung in einem Kindergarten. Es ist Wochenende; eine fast 40-Std.Woche liegt hinter mir und ich habe von Mo. bis Fr. kein einziges Mal die Zeit gefunden, wenigstens mit einem Kind ein simples Tischspiel zu spielen.
Womit verbrachte ich die Zeit?
Mit Papierkram. Papierkram deswegen, weil die Kinder wegen ihm zu kurz kommen. Ich füllte Statistiken aus, entwarf Elternbriefe, schrieb Beurteilungen und Sprachstandserhebungsbögen..
Für eine zusätzliche Kraft fehlt einfach das Geld.
Meine Situation. Ein Einzelfall? Wohl kaum....

Nein, Deine Situation, ist auch meine, nur bei mir ist wohl noch schlimmer. Meine Kollegin ist langzeitkrank. Als bekam ich eine 30 Stundenkraft. Ab 14:00 Uhr bin ich mit den Kindern alleine. Ich habe 20 Kinder, die nach 14:00 Uhr von mir betreut (verwahrt) werden.
Die Nachmittagsaktivitäten, wie Schwimmen, Sport in der Turnhalle und die Bücherhalle sind ersatzlos gestrichen worden, da ich alleine bin!
Ich gehe inzwischen auf dem Zahnfleisch. Mein Akku ist leer! Der Krankenstand in unserem Hamburger Kindergarten beläuft sich auf ca. 20%!!

Renate
geschrieben am Mittwoch, 15.04.2009
um 18:12 Uhr

Über 20 Jahre bin ich jetzt im Beruf als Erzieherin und ernähre meine vierköpfige Familie mit Ach und Krach, da mein Mann chronisch krank ist und nicht mitarbeiten kann. Dies ist überhaupt nur möglich, weil ich noch den Besitzstand vom BAT habe. Hier schreiben Erzieherinnen, dass sie sich keine eigene Wohnung leisten können. Da sieht man den dringenden Verbesserungsbedarf beim TVÖD. Wir dürfen uns nicht länger ausnutzen und abspeisen lassen und müssen die Gunst der Stunde nutzen. Die Bildungspläne für die frühkindliche Pädagogik haben auch ihr Gutes: Sie zeigen die Wichtigkeit der Lebensphase der uns anvertrauten Kinder für die Bildung, für die Zukunft und unser Beruf ist in der Öffentlichkeit viel bekannter und hoffentlich auch anerkannter geworden. Sogar die Wirtschaft plädiert und hängt sich in das Tema " frühkindliche Bildung".Jetzt liegt es an uns, entsprechende Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung für die vielfältigen neuen Aufgaben (besonders für die Dokumentation, die an sich schon eine Bereicherung für unsere Arbeit ist, die auch vorher schon eine hohe Qualität hatte) zu erkämpfen. Auch damit wir weiterhin genug Zeit für die Kinder haben, oder wieder besser gesagt. Auch bei mir sind 45 Stunden Wochen nicht selten. Ohne Überstunden kann man die Bildungspläne in den derzeitigen Strukturen nicht wirklich umsetzen. Arme Hamburger ErzieherInnen, die keine Vorbereitungszeit haben. Mit den erhöhten Anforderungen muss auch das Gehalt im sozialen Bereich steigen.

Patricia W.
geschrieben am Samstag, 04.04.2009
um 17:42 Uhr

Ich arbeite seit 2 Jahren in einer Intensivwohngruppe für Kinder von 8 - 12 Jahren. Für mich ist meine Arbeit zur Zeit das Wichtigste in meinem Leben. Wenn ich mehr Erfahrung und Routine habe, habe ich sicher wieder mehr Abstand für mein Privatleben. Jetzt aber fordern die Kinder mein ganzes Engagement. Meine Kolleginnen meinen, diese Art von Arbeit ist immer ein Balanceakt zwischen work and life. Meine Eingruppierung EG 8 plus Heimzulage ist zur Zeit ok. Aber der abgeschaffte Bewährungsaufstieg ist ungerecht. Ich leiste die gleiche Arbeit wie meine Kolleginnen. Das "Angebot" EG 8 ohne Heimzulage auf Lebenszeit ist ungerecht und macht mich wütend. Verdi fordert für die HeimerzieherInnen EG 10. Ich habe heute meinen Eintritt unterschrieben und beteilige mich an den Aktionen. Wir haben eine Bessere Bezahlung verdient!

M.Ehrwert (Köln)
geschrieben am Mittwoch, 01.04.2009
um 22:10 Uhr

Wie stellt sich der Außenstehende den Beruf der Erzieherin vor?
Die Standartsituation: Als erstes kommt ihm wohl eine Erzieherin in den Sinn, die mit ein paar Kindern am Tisch Memory, Uno o.ä. spielt.

So, und wie sieht die Realität aus?
Ich spreche mal ganz für mich selbst: Ich bin Gruppenleitung in einem Kindergarten. Es ist Wochenende; eine fast 40-Std.Woche liegt hinter mir und ich habe von Mo. bis Fr. kein einziges Mal die Zeit gefunden, wenigstens mit einem Kind ein simples Tischspiel zu spielen.
Meine Kollegin, eine Erzieherin im Anerkennungsjahr, habe ich sogar zwei Mal bei einem Spiel "erwischt".

Womit verbrachte ich die Zeit?
Mit Papierkram. Papierkram deswegen, weil die Kinder wegen ihm zu kurz kommen. Ich füllte Statistiken aus, entwarf Elternbriefe, schrieb Beurteilungen und Sprachstandserhebungsbögen.
Außerdem war ich an zwei Tagen alleine in der Gruppe, weil meine Kollegin an ihrer Fachakademie Seminar hatte.

Für eine zusätzliche Kraft fehlt einfach das Geld.

Meine Situation. Ein Einzelfall? Wohl kaum....

Susanne
geschrieben am Sonntag, 29.03.2009
um 13:17 Uhr

Ich bin Kinderpflegerin in Bayern und arbeite seit 30 Jahren im Kindergarten. Während dieser Zeit habe ich an vielen Fortbildungen teilgenommen um meinen Wissensstand immer auf dem laufenden zu halten und zu verbessern. Konzeptionen mit entwickelt, um die Quallität in den Einrichtungen zu verbessern und zu erhalten. Meine berufliche Weiterbildung hat sich allerdings nur für mich persönlich gelohnt. Das entsprechende Gehalt und die Anerkennung gerade in dem Beruf der Kinderpflegerin, der immer mehr zur Hilfskraft degradiert wurde, wäre mir ein Anliegen. Gerade in diesem Bereich wird von den sogenannten Ergänzungskräften oft die gleiche Arbeit geleistet wie von den Erzieherinnen, allerdings ohne die entsprechende Vergütung bzw. Anerkennung der Leistung dieser Mitarbeiter/innen in der Öffentlichkeit. Ich fordere für diese Mitarbeiter/innen die Möglichkeit zu schaffen nebenberuflich die Anerkennung zur Erzieherin zu machen, was allerdings vom Arbeitgeber finanziert werden muss und während der Arbeitszeit geschieht. Seit Einführung des BayKiBiG in Bayern hat sich die Situation in den Einrichtungen erheblich verschlechtert für Mitarbeiter/innen, Kinder und Eltern. Wir kämpfen in einer AG seit 2001 für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen zum Wohle der Kinder, aber bis jetzt nur mit mäßigem Erfolg. Vom Bildungsgipfel der Politker, ist bei Kindern und Mitarbeiter/innnen bisher noch nicht viel angekommen. Außer dem BEP der aber leider an den schlechten Rahmenbedingungen scheitert.

Hedwig
geschrieben am Sonntag, 29.03.2009
um 11:03 Uhr

Ja, ich kann dem Einträgen vollstens Beipflichten, 25/26Stundendienste, Plus NB das 14 Tage durch ist keine Seltenheit, wenn man das zuläßt, da spricht die Seele zu den Anmvertrauten, was Stefan Meinke schreibt stimmt! Da sollten sich die "Verantwortlichen" einmal klar werden, dass die Arbeit, eher Begleitung der Kinder, Jugendlichen eine nicht zu unterschätzende Tätigkeit darstellt und diese Begleitung sollte mit fachlich "sehr guten" Personal, was mehr als Geschuld ist, und mit Spaß in die tägliche Herausforderung geht, wenigstens die Anerkennung in der Bezahlung finden, denn eins ist doch klar, das sog. "Lob"(Anerkennung in der täglichen Arbeit) besteht aus der "Magersucht", ist verhungert, und zu Grabe getragen worden!
Die Kinder von Heute stellen die Zukunft für Morgen da und exakt an der Zukunft wird gespart. Was für eine Zukunft haben die heutigen Kinder im Morgen, bei der Aktion keine, dann tritt das zwei Klassen System in Aktion, Arm und Reich, die Mittelschicht wird zur Grabe getragen (Metapher)!
Hier werden alte, überlieferte pädagogische Werte mit  Füßen getreten!
Da kann Herr Prof. B. Bueb seine ganze refomierte Pädagogik , die er im Eliteinternat Schloss Salem in dem Buch, "Von der Pflicht zu Führen" (keine Machtstruktur, aus der Ohnmacht heraus) mit einem "Schlag" in den Müll werfen!

Ich hoffe, dass das immer noch ein vorzeitiger Aprilscherz sein soll!?

 

Mit freundlichen Gruß
 
Minimalistisch

Herr Minimalistisch
geschrieben am Freitag, 27.03.2009
um 08:39 Uhr

Ich bin Diplom Sozialpädagogin und Mediatorin und koordiniere als Fachberaterin für Kindertagesstätten die frühkindlliche Bildungsarbeit eines Landkreises. Dabei verhandele ich mit Gemeinden und Trägern, berate Kindertagesstätten bei der Konzeptions- und Qualitätsentwicklung, plane bedarfsortientierte Fortbildungen und Fachtage, um die gesamte Arbeit im Landkreis qualitativ voranzubringen. Mein Gehalt TVÖD Gruppe 9 Stufe 2. Und das mit nahezu 10 Jahren Berufserfahrung in sehr unterschiedlichen Bereichen der Jugendhilfe. Dazu gehörten Auch Leitungs- und Projektmanagementtätigkeiten. Zuletzt habe ich im BAT als Kita-Leiterin einer 3gruppigen Einrichtung mehr verdient als jetzt. Weder meine Berufserfahrung, noch meine verantwortungsvolle Tätigkeit wurden bei der Eingruppierung berücksichtigt. Bitter finde ich das.

Michaela Mans-Scheffczyk
geschrieben am Donnerstag, 26.03.2009
um 07:33 Uhr

Hallo liebe Leidensgenossen/innen,

ich bin seit '97 Angestellte bei den Kinderkrippen. In den Jahren hat sich auch einiges bei uns geändert. Unsere Vorbereitungszeiten reichen allerdings schon lange nicht mehr aus. Nicht nur Elterninformationsabende, "Beschäftigungen", Lerngeschichten, B-Tabellen ect. müssen vorbereitet und ausgearbeitet werden. Eigentlich sollte das Kind im Vordergrund stehen und nicht irgendwelche Statistiken! Für alle voran genannten Dinge (und es sind noch weitaus mehr) steht ein 8h-Tag nur zur Verfügung und für manche noch weniger. Wer soll das schaffen? Wo bleibt die Qualität? Und ich finde das Gehalt ist weit unterdem, was wir wirklich verdienen sollten! Wir sind kein minderer Beruf der unter der Leistung bezahlt werden darf!

Katja D.
geschrieben am Montag, 23.03.2009
um 21:48 Uhr

Ich bin staatlich anerkannte Erzieherin bei der LHST München. Es ist erschreckend, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt. Ich sehe es täglich in meiner Arbeit. Konzeptionen werden entwickelt. Die sind auch theoretisch richtig toll, wie die Arbeit mit Kindern sein sollte. Ist diese denn umsetzbar? Natürlich!

Nur wer bleibt auf der Strecke? Die Erzieher? Die Pädagogen? Die Sozialarbeiter? Oder vielleicht gar die "kommende Generation"? Oder alle? Brauchen wir mehr Vorbereitungszeit? Oder brauchen wir einen Staat, Kommune, die unsere " kommende Generation" wirklich unterstützen und fördern will? Oder was will man denn erreichen?

Ich sehe im Moment nur, dass eine Sparflamme herrscht! Seien es die Gehälter, die nicht angemessen sind, die Vorbereitungszeiten, die ja "neu" mit den letzten Streiks ausgehandelt wurden, welche man nun irgendwie praktisch "abbummeln" kann. Ich denke es sollten endlich klarere Strukturen und eine klare Lösung unser aller Probleme genannt werden! Ich sehe in der momentanen Situation nur ein "Hingehalte". Wir sind keine "Billigarbeitskräfte". Wir haben Verantwortung, und diese übernehmen wir auch in unserem Beruf! Wir bereiten unsere "Schutzbefohlene" auf das Leben vor! Wir arbeiten mit Qualität!

 

UND SO SOLL ES BLEIBEN! Denkt mal darüber nach!

K. Dedecius
geschrieben am Montag, 23.03.2009
um 22:36 Uhr

Ich bin Heilerziehungspfleger und arbeite nun seit 2 Jahren in einem Heilpädagogischen Kinderheim in München. Auf unserer Gruppe mit 8 Kindern und Jugendlichen mit verschiedensten teils massiven Verhaltensauffälligkeiten und schwierigem familiären Hintergründen arbeiten wir zu 5 (eine davon als Halbtagskraft) und decken so 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag ab. Bedenkt man dabei die Urlaubszeiten und durchschnittliche Krankheitszeiten, dann arbeiten wir überwiegend mit 3,5 Arbeitsstellen. Wenn ich krank bin (geht auch den Kollegen so), dann habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich weiß, dass meine Kollegen gerade Überstunden leisten müssen, die über das "normale" Maß des erträglichen hinausgehen. Wenn ich dann zurück komme, dann muss ich als "ausgeruhter" Arbeiter etwas zur Entlastung der Kollegen beitragen und gleich mit Überstunden einsteigen und der Dienstplan muss entsprechend geändert werden. Den Dienstplan mit nach Hause zu nehmen ist uninteressant, da er sich wöchentlich mehrmals ändert und nicht mehr als Anhaltspunkt zu gebrauchen ist. Heute komme ich gerade von einem 29 Stunden Dienst nach Hause, hab 23 Stunden für mich und muss dann schon wieder in den nächsten Nachtdienst gehen - Bereitschaftszeiten sind mit eingerechnet. Die Leistungsbeschreibung von Stefan Meinke (Bericht vorher) trifft vollkommen zu und beschreibt den täglichen Wahnsinn in meinem Sinne... Wo soll das hinführen? Wie können wir das ändern?

Pseudonym
geschrieben am Sonntag, 22.03.2009
um 23:28 Uhr

Als freigestellter Personalrat bin ich für eine große Heimeinrichtung in Köln zuständig. Die Kolleginnen und Kollegen sind incl. Bereitschaftsdienst durchschnittlich 60 Stunden in der Woche für die Kindern/Jugendlichen (24 Std./ 365 Tg) da.

Die Kinder brauchen intensive Betreuung und Aufmerksamkeit. Dazu kommt die Arbeit mit den Eltern, Berichteschreiben, Hilfeplangespräche, Kontaktpflege mit Jugendämtern, Schulen, Kindergärten, Vereine, ....

.. "nebenbei" muss gekocht, gewaschen, aufgeräumt, versorgt, gepflegt, ins Bett gebracht, getröstet, geschlichtet, beaufsichtigt, unterhalten, gefördert, gespielt, vermittelt, ... werden.

Sind alle im Bett und es ist Ruhe ruft der Schreibtisch: Abrechnungen, Kassenpflege, Berichte, Tagebuch, Erziehungplanung, Telefonate.... Es weint jemand im Schlaf, träumt schlecht, muss noch was trinken, das Bett ist nass, ....

Wenn Ruhe ist, hört man das Brummen im eigenen Kopf und einen hohen Ton im Ohr, das Herz klopft hörbar, "habe ich an alles gedacht?", "was muss vorbereitet werden?'", "steht der Dienstplan?", "Kevin hat morgen Gebutstag - kommt die Mutter?", "Lea-Sopie muss beim Besuch des Vaters begleitet werden", "warum ist der 16jährige Sven noch nicht zurück?", "wohin fahren wir den Sommerferien?". Die Gedanken kreisen bis es Morgen ist, vielleicht nickt man für 1 - 2 Stunden ein.

Meistens ist man allein im Dienst. 8 Kinder/Jugendliche mit immer größeren Problemen und Ängsten.

Diese Kinder(Jugendliche sind ganz nah, gehen ganz nah. Immer schwieriger wird die Personalgewinnung, Immer mehr gehen/wollen aus der Heimerziehung weg. Viele können einfach nicht mehr.

Die Leistung der Kolleginnen u. Kollegen verdient mehr Respekt und Anerkennung! Wer sonst soll sich um die Kinder kümmern?

Stefan Meinke
geschrieben am Freitag, 20.03.2009
um 20:31 Uhr

Ich bin Erzieher und arbeite seit letztem Jahr in Hamburg. Vorher habe ich in Niedersachsen gearbeitet. Meine Ausbildung habe ich vor zwanzig Jahren gemacht und ich habe in den verschiedenen Einrichtungen, in denen ich gearbeitet habe, immer wieder feststellen können, dass sich die Fachkräfte dort unermüdlich und mit großen Einsatz um eine Verbesserung der Qualität bemühen, ohne dass dies Ausschlag findet in der Honorierung oder der Wertschätzung in der Gesellschaft. Es ist häufig vielmehr so, dass gerade durch die Qualitätsdebatte der Eindruck entsteht, es wäre bisher keine gute Arbeit geleistet worden, und da wird vielen Erziehern und Erzieherinnen Unrecht getan. Außerdem wird gerade von politischer Seite viel Augenwischerei betrieben. Der Ausbau von Krippen- und Kindergartenplätzen und die Einführung des Kita-Gutscheinsystems wird insbesondere in Hamburg dermaßen in den Himmel gelobt, dass dabei unter den Teppich gekehrt wird, dass die Bedingungen unter denen die geforderte Qualität erbracht werden soll fahrlässig vernachlässigt und miserabel sind. Ich war erschrocken zu erfahren, dass es in Hamburg nicht einmal Vorbereitungszeit gibt. Das ist meiner Meinung nach ein katastrophaler Zustand, mal abgesehen von der geringen Bezahlung, den Gruppengrößen und dem Betreuungsschlüssel.
Leider hatte ich bisher immer den Eindruck, dass Demonstrationen keinen Eindruck machen und letztlich von den Politikern, die für die miesen Rahmenbedingungen zuständig sind, entweder nicht ernst genommen oder belächelt werden. Auch Streiken ist keine Lösung und scheint mir gerade im sozialen Bereich nicht sehr beliebt zu sein, weil es zu lasten von Alten, Kranken oder Kindern geht.
Meine Idee wäre klare Forderungen aufzustellen und dann z.B. keine Praktikantinnen mehr aufzunehmen und öffentlich davon abzuraten den Erzieherberuf zu ergreifen, mit Hinweis auf die unzumutbaren Zustände, bis wir erhört werden.

Kolja
geschrieben am Freitag, 20.03.2009
um 00:03 Uhr

Ich arbeite seit 2000 als Gruppenleitung in der Gruppe mit 25 Kindern im Alter von 3-6 Jahren. Ich habe vor 13 Jahren mich für den Beruf entschieden, weil ich gemeinsam mit den Kindern arbeiten wollte. Mittlerweile sind wir keine KiTa mehr sondern ein Familienzentrum. Seit dem KiBiz hat sich die Arbeit so verdichtet, dass ich täglich Überstunden mache um das Pensum zu schaffen.
Seit ca. 8 Monate leite ich ohne eine stellvertretende Leitung das Familienzemtrum.
Die Arbeit ist vielseitig, umfangreich und deutlich über dem normalen Maß anderer Kiten hinaus. Bisher hatte ich kein Problem ohne eine stellvertretende Leitung zu arbeiten, die mir Leitungsaufgaben abnehmen könnte oder mir zuarbeiten könnte.
Seit dem 01.08.08 gibt es einige Veränderungen und Verschlechterung, die ich versucht habe mitgetragen. Mittlerweile bin ich an einem Punkt angekommen, wo ich mit meiner positiven Einstellung an deutliche Grenzen stoße.
Wir betreuen 93 Familien,
- sind Familienzentrum,
- bieten für alle Familien erweiterte Öffnungszeiten an (6.30- 20.30 Uhr, Feiertagen, Wochenende,…)
- organisieren und betreuen Talentclubs für Kinder,
- arbeiten mit vielen vers. Institutionen zusammen (Frühförderung, Logopäden, Lehrer, Beratungsstellen, Tagesmütter,…),
- beraten Familien in Krisen,
- beraten Unternehmen,
- Abrechnung von Zusatzangeboten,…
und das sind nur einige Aufgaben die zusätzlich zur KiTa- Arbeit anfallen.
Der hohe Krankenstand in meine Einrichtung kommt für mich nicht überraschend. Seit 5 Jahren arbeiten wir auf Hochtouren und die Ressourcen werden immer enger. Ich kann es nicht verantworten meine Kolleginnen allein mit 25 Kindern von 7.30- 16.30 Uhr arbeiten zu lassen.
Mein Team arbeitet immer hoch engagiert und mit viel Leidenschaft. Aber um so zu arbeiten, brauchen wir Ressourcen und Lösungen für bestimmte Dinge. Es kann ja nicht angehen, dass Kolleginnen die krankgeschrieben sind mit Fieber wieder zur Arbeit kommen um das System weiter aufrecht zu erhalten. MitarbeiterInnen, die verheizt werden, werden entweder sehr krank oder gehen.
Die Zeit, die ich mit den Kindern verbringe kann ich an einer Hand abzählen.
Die Zeiten für Beobachtungen, Dokumentationen, Zusammenarbeit mit Familien, Zusammenarbeit mit vers. Institutionen, Organisation des täglichen KiTa- Alltag, Entwicklungs- und Beratungsgespräche, Vertretungsregelungen bestimmen 90% von meinem Arbeitstag. Der Spaß und Freude an diesem Beruf bleiben auf der Strecke. Die BEZAHLUNG für diesen anspruchsvollen und verantwortungsvollen Beruf sind so schlecht, dass ich und andere Erzieherinnen nebenbei noch arbeiten müssen, um das Leben zu finanzieren. Ich frage mich immer wieder: "Wieso sind KINDER und ERZIEHER/INNEN in unserer GESELLSCHAFT sowenig WERT?"

Jennifer
geschrieben am Dienstag, 17.03.2009
um 13:38 Uhr

Meine Arbeit im Kindergarten hat sich in den letzten Jahren sehr verändert! Am Anfang waren die Eltern froh, dass ihre Kinder unter Gleichaltrigen gut aufgehoben in Ruhe spielen durften. Es wurde weder von Englisch noch von mathematischer Bildung noch von intensiver Sprachförderung geredet.

Heute legen die Eltern sehr viel Wert auf „vorschulische“ Bildung! Wir decken mittlerweile fast alles ab. Zur Sprachförderung „Hören – Lauschen – Lernen“, für´s Rechnen „Komm mit ins´ Zahlenland“ und auch der naturwissenschaftliche Zweig soll intensiv abgedeckt werden. Außerdem kommen noch viele Elterngespräche dazu und damit die Entwicklung des Kindes auch in schriftlicher Form vorliegt müssen massenhaft Screening – und Beobachtungsbögen ausgefüllt werden. Natürlich wurde die Verfügungszeit deshalb nicht erhöht, sondern das Gegenteil ist leider der Fall. Um in unseren Einrichtungen das Personal halten zu können, sind wir gezwungen, auch schon für Kindergartenkinder Nachmittagsprojekte anzubieten, wie zum Beispiel „Werken und künstlerisches Gestalten“ und „Musikkurs“. Die Zeit ist nicht nur sehr, sehr knapp bemessen, sondern auch das Gehalt dafür. Kaum eine Erzieherin kann sich in Bayern eine eigene Wohnung leisten oder vielleicht auch noch den wohlverdienten Urlaub in der Ferne (da wir ja zur teuersten Reisezeit buchen müssen). Es ist sehr schade, dass das, was für uns am wichtigsten ist wegen soviel „Bildung“ total in den Hintergrund rückt – das „Spielen“ mit den Kindern! Viele haben leider vergessen, wie viel Kinder dabei wirklich lernen, nämlich die soziale Kompetenz, die für sie lebenslang das Wichtigste sein wird!

Rosi Schäffler
geschrieben am Dienstag, 03.03.2009
um 18:14 Uhr

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