Werkstätten

Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung mit zwei Menschen in der Werkstatt

Erfahrungsberichte

Werkstätten

Fachkräfte zur Arbeits- und Berufsförderung arbeiten in Werkstätten und leisten wichtige Hilfestellung für Menschen mit geistiger, seelischer oder körperlicher Behinderung.

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Was macht eine FAB?

Die Frage stellt sich schon eher was sie denn nicht macht? Heute ist die FAB Unternehmer, Pädagoge, Psychologe, Manager, Kundenbetreuer, Abwickler, Mediator, Produzent, Vermittler, Berufsexperte, Bilder der Behinderung und der psychischen Erkrankung Experte, Rechtsexperte, Auswerter, Akquisetreibender, Berichteverfasser, Prüfungsteilnehmer, Praktikumsauswerter, Förderplaner, Unterweisender, Modulentwerfer, Konfliktlöser per excellence, Verhandler, Kundenbetreuer, Wirtschaftsplaner und natürlich auch Finanzmanager und -verantwortlicher und dabei natürlich reflektierter und gelassener Begleiter.

Natürlich mit mindestens einem Grundberuf, Studium etc plus Soz-Päd Ausbildung.

Die Einstufung in S10 ist längst überfällig.

Anonym
geschrieben am Donnerstag, 08.09.2011
um 23:59 Uhr

schön das unsere arbeit jetzt in Tarifverträgen anerkannt wird! Nur wer der Träger von Werkstätten für behinderte Menschen kann denn noch Tarif zahlen? die Kostenträger sind doch in keinster Weise bereit Tarife anzuerkennen und dank ihrer Stellung, hat man ja auch keine Chance auf diese Druckzu machen!!!!!

Peter Schneider aus Chemnizt
geschrieben am Donnerstag, 03.12.2009
um 14:45 Uhr

da es immer mehr Ungerechtigkeit bei der Entlohnug in WfbM gibt, haben die Betreibsräte der Behindertenhilfe in Sachsen einen Arbeitskreis gebildet und wollen gemeinsam mit allen, die an dem Prozess der Finanzierung beteiligt sind zusammen arbeiten. Der erste Schritt dazu, wird ein Kolloquium mit Geschäftsführern, Ksv, Betriebsräten, Bundestagsabgeordneten, Verdi und paritätischen Wohlfahrtsverband sein.

schneider, peter
geschrieben am Montag, 31.08.2009
um 11:04 Uhr

Wir haben bekommen, was uns zusteht. Reden von Selbstbestimmung und interessieren uns nicht um den Tarif. Viele in den Werkstätten wollten nicht wahrhaben, dass es auch um uns geht. Die Zeit des Trittbrettes ist vorbei, wir müssen das Bürgerlied singen:

Ob wir rote, gelbe Kragen
Helme oder Hüte tragen
Stiefel tragen oder Schuh
Oder ob wir Röcke nähen
Und zu Schuhen Drähte drehen
Das tut, das tut nichts dazu.

Ob wir können präsidieren,
Oder müssen Akten schmieren
Ohne Rast und ohne Ruh
Ob wir just Kollegia lesen
Oder aber binden Besen
Das tut, das tut nichts dazu.

Ob wir stolz zu Rosse reiten,
Oder ob zu Fuß wir schreiten,
Fürbaß unser'm Ziele zu.
Ob uns Kreuze vorne schmücken
Oder Kreuze hinten drücken,
Das tut, das tut nichts dazu.

Aber ob wir Neues bauen,
Oder Altes nur verdauen,
Wie das Gras verdaut die Kuh;
Ob wir in der Welt was schaffen,
Oder nur die Welt begaffen,
Das tut, das tut was dazu.

Ob im Kopfe etwas Grütze
Und im Herzen Licht und Hitze,
Daß es brennt in einem Nu,
Oder ob wir hinter Mauern
Im dunkeln träge kauern,
Das tut, das tut nichts dazu.

Ob wir rüstig und geschäftig,
Wo es gilt zu wirken kräftig,
Immer tapfer greifen zu;
Oder ob wir schläfrig denken
Gott wird's wohl im Schlafe schenken,
Das tut, das tut was dazu!

Drum, ihr Bürger, drum, ihr Brüder
Alle eines Bundes Glieder
Was auch jeder von uns tu!
Alle, die dies Lied gesungen,
So die Alten, wie die Jungen,
Tun wir, tun wir was dazu.

Lothar Simon
geschrieben am Montag, 10.08.2009
um 14:33 Uhr

Hallo Martin,
stimmt noch weinger Menschen wissen was ihr leistet und wie euer Arbeitsfeld aussieht, das rechtfertigt nicht die EIngruppierung macht aber vielleicht deutlich um was es in Zukunft gehen muss. Nämöich darum unsere Arbeitsfelder in der Öffentlichkeit und untereinander transparent zu machen, uns gegenseitig zu unterstützen und vielleicht nicht nur zu schauen was hatder/die mehr in der Lohntüte.
Sagt sich sicher leicht ist aber ganz ernst gemeint.
Ich gehöre als Erzieherin die schon lange berufstätig ist nicht zu den "Gewinnerinnen" wenn es überhaupt welche gibt für die dieser Begriff zutrifft, aber ich sehe mich auch nicht als Verliererin.
Wir haben es gemeinsam geschafft, das über unsere Arbeit geredt wird, dass wir wahrgenommen werden und wir haben gezeigt, dass wir untereinander soledarisch sein wollen und können.
Das ist eine ganze Menge, und ein Ziel daran weiterzuarbeiten.
Eine ganze Menge der aus unserer Sicht berechtigten Forderungen sind ganz oder zum Teil auf der Strecke geblieben.
Sind wir wirklich in der Lage sie durchzusetzten, ich glaube nicht.
Schade aber jammern hilft nicht.
Nach vorne sehen und weitermachen, Chancen fördern, Anerkennung fordern, Wenn nicht wir wer dann.
Parolen aber manchmal helfen die einem wieder aufzubauen.
Wir sind viele aber noch nicht genug und das spiegelt sich im Ergebnis wieder.
Herzlicher Gruß
Ursula

Ursula
geschrieben am Freitag, 31.07.2009
um 15:59 Uhr

Nach der aktuellen Tarifeinigung im Sozial- und Erziehungsdienst wird deutlich was uns erwartet. Die berechtigte Forderung nach einer Eingruppierung in EG 10 für FAB´s in Werkstätten wird ver.di nie durchsetzen können. Die Arbeit der FAB´s besitzt in der Gesellschaft keine Wertschätzung - mal abgesehen davon dass die wenigsten wissen, wie unser Arbeitsalltag in Wirklichkeit aussieht. In den meisten Köpfen gilt die Werkstatt für die, die dort angestellt sind, als "Ort der Glückseligen".
Ich bezeichne es als "Ort der Vergessenenen"

Martin Drexel
geschrieben am Donnerstag, 30.07.2009
um 12:13 Uhr

Seit dem ersten Eintrag, am 18.03.09 vergingen drei Mon. Insgesamt haben vier Personen , in den Abend- Spätabendstunden ihre Meinung dargelegt. Das ist bezeichnend. Einige Tausend Gruppenleiter erwarten ihre Eingruppierung in E 10 zu recht oder nicht ist hier nicht die Frage. Ich stelle die Frage nach der Durchsetzungskraft. Die neue Entgeltordnung sieht in den Augen des VKA / KAV so aus: BAT minus Bewährungsaufstieg ist die Eingruppierung im TVÖD. Vom durchlässigem Gewerkschaftsystem weit entfernt. Leistungsentgelt (§18 TVÖD) als Druckmittel der AG
kennzeichnet die Landschaft. Es sieht nicht gut aus, wenn von tausenden Fachkräften im
Gruppendienst hier mal gerade vier sich zu Wort melden.
Die Situation ist bekannt, es wird Zeit, dass die Fachkräfte der Behindertenhilfe sich positionieren und den Verhandlungspartnern klar machen, dass es nicht nur um Kindergärten und Erzieher/innen geht.
Soziale Arbeit ist überall mehr wert. Wir dürfen uns nicht auseinander bringen lassen.
Es gibt nur DEN SOZIAL - und ERZIEHUNGSDIENST; ob Werkstatt oder Kita der
Straßensozialarbeit. Jetzt werden für viele Jahre die Weichen gestellt in den Kita hat mann/frau es begriffen und wird gehört. Die Werkstätten sollten aufwachen Solidarität bekunden und einfordern. Werstattarbeit ist kein Anhängsel der sozialen Arbeit, sondern steht mitten drin und muß besser bezahlt werden. Wir brauchen kein Leistungsentgelt
sondern eine leistungsgerechte Entgeltordnung die nach oben durchlässig ist.

Wolfgang Franz
geschrieben am Mittwoch, 10.06.2009
um 13:59 Uhr

Ein Anerkennung der Ausbildung zur FAB findet doch im Osten überhaupt nicht statt!! Eine Sicherheit die Tarifverträge bieten gibts hier so gut wie nicht mehr, dank der erpresserischen
Methoden der Kostenträger!

Peter Schneider aus Chemnizt
geschrieben am Mittwoch, 17.06.2009
um 13:30 Uhr

Die Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung in der WfbM

Die Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung (FAB), ist ein selbstloser, stressresistenter Mitarbeiter voll von unerschöpflicher Tatkraft, die von sich aus mit jedem (noch so komplizierten) behinderten Menschen, Auftraggeber oder Kollegen ein freundliches Gespräch führen kann und dabei immer eine positive Wirkung erzielt.

Sie kann sich selbst immer wieder begeistern und andere mitreißen. Sie hat Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen, kann Emotionen zurückhalten und lässt nicht ihre Launen an anderen aus. Konfliktherde erkennt sie frühzeitig und findet selbst in Stresssituationen einen guten Ausweg.

Die Fachkraft ist jemand, die Kritik aushält und optimistisch auf Veränderungen reagiert, auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf behält und Lösungen findet.

Sie ist der ideale Typ von Mitarbeiter, der im Sinne des Teams und der Werkstatt denkt, sich für ihre Kollegen interessiert und ihnen immer das Gefühl gibt, sie zu verstehen.

Speyer, 16. März 2009 Werner Müller

Werner Müller
geschrieben am Freitag, 24.04.2009
um 19:51 Uhr

Leider werden die Arbeitsbedingungen im Sozialen Bereich nicht besser, sondern zusehends schlechter. Der TVÖD-Vertrag war die letzte große tarifliche Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Nun benötigt ein Mitarbeiter nämlich 8 Jahre um auf die höchste Gehaltsstufe zu kommen, muss jedoch, wenn er die Stelle wechselt (was im Behindertenbereich erfahrungsgemäß ja sehr oft vorkommt) mit seiner Gehaltsstufe wieder ganz von vorne anfangen.) Hier wird langjährige Berufserfahrung nicht honoriert und bedeutet daher eine Verschlechterung gegenüber dem alten BAT-Vertrag. Wie konnte VERDI diesem Machwerk zustimmen?

Joe
geschrieben am Donnerstag, 09.04.2009
um 17:13 Uhr

Meine Erfahrung als Fachkraft in einer WfbM

Seit über 6 Jahren arbeite ich als Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung (FAB) in einer WfbM in Bayern. Davor arbeitete ich in der Industrie, in der ich eine eigene Abteilung leitete.
In unserer Arbeitsgruppe in der WfbM produzieren wir ausschließlich für einen Automobilzulieferer. Das heißt, das gerade angelieferte Material muss eigentlich schon wieder fertig ausgeliefert werden. Wir werden auch nicht anders behandelt als „normale“ Zulieferbetriebe. Es gibt keinen Werkstatt für behinderte Menschen-Bonus!!! Es ist egal ob meine MitarbeiterInnen behinderungsbedingte Probleme haben oder einen schlechten Tag, bei Bildungskursen sind oder krank.
Der Kunde erwartet immer termingerechte Lieferungen. Das heißt, wenn es knapp wird springe ich ein, um die Ware pünktlich ausliefern zu können.
Ich muss den Arbeitsalltag planen und die behinderten MitarbeiterInnen einteilen und gegebenenfalls einarbeiten, Über- oder Unterforderungen und Konflikte erkennen, auf ihre Besonderheiten eingehen, Vorrichtungen für ergonomische und behindertengerechte Arbeitsplätze planen und einrichten. Zudem Beobachtungsbögen ausfüllen und daraus individuelle Förderpläne für die behinderten MitarbeiterInnen erstellen, Förderung praktisch durchführen, Praktikanten von Förderschulen in der Arbeitsgruppe begleiten und beurteilen und leider immer seltener Ausflüge planen um mit den behinderten MitarbeiterInnen soziale Kompetenzen und Kulturtechniken zu erlernen.
Warenbestand überwachen, Wareneingänge einbuchen, Qualitätskontrolle ausführen und dokumentieren, auf Quantität und termingerechte Auslieferung achten und Warenausgänge fertigbuchen gehören auch zu meinen Aufgaben.
Es ist schwierig die Gradwanderung zwischen wirtschaftlichen und pädagogischen Ansprüchen zu gehen.
Es werden in der Produktion natürlich die gleichen Ansprüche verlangt wie bei meiner damaligen Arbeit in der Industrie und dazu muss jetzt noch pädagogische Arbeit geleistet werden, bei deutlich weniger Gehalt und mehr Verantwortung.
Viele Menschen haben leider ein falsches Bild von Werkstätten für behinderte Menschen. Sie denken, dass wir im geschützten Bereich arbeiten. Der politische Wille aber ist, behinderte Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren. Mit allen Konsequenzen. Sie sollen „funktionieren“ wie in der Industrie.
Wie die Berufsgenossenschaft BGW schon richtig erkannte: „Die Tätigkeit in der Werkstatt erfordert ein überdurchschnittliches Maß an Flexibilität und Balancehalten zwischen marktwirtschaftlich orientiertem und sozialem Denken.“
Die FAB`s und die anderen KollegInnen im Sozial- und Erziehungsdienst fordern zu Recht eine höhere Eingruppierung, denn es wird immer deutlicher, dass diese Arbeit ein wichtiger Garant für die soziale Ausgestaltung unserer Gesellschaft ist.

Anonym
geschrieben am Sonntag, 29.03.2009
um 22:29 Uhr

Seit über 30 Jahren arbeite ich als "Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung" (FAB - früher nannten wir uns GruppenleiterInnen) in den Oberurseler Werkstätten, einer "Werkstatt für behinderte Menschen" (WfbM). Meine Aufgabe ist es, Menschen mit Behinderung(en) beruflich und in ihrer Persönlichkeit zu fördern und damit ihre Chancen in unserer Gesellschaft zu verbessern.
In diesen mehr als 30 Jahren habe ich die enormen Veränderungen in der sog. "Behindertenhilfe" hautnah miterlebt, mitgemacht und als Personalrat versucht, sie mitzugestalten.
Die Werkstatt, in der ich heute arbeite, hat mit der Werkstatt, in der ich einst als Zivi angefangen habe, kaum Ähnlichkeit: Aus der "beschützenden Werkstätte" wurde eine Einrichtung zur Förderung der Selbstbestimmung und der Teilhabe behinderter Menschen am Leben in unserer Gesellschaft. Und aus dem Gruppenleiter, der behinderte Menschen beschützend zur Arbeit anzuhalten hatte, wurde die Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung mit komplexen Aufgaben.
Und ein nüchterner Blick in die Zukunft zeigt uns deutlich, daß sich die Werkstätten auch weiter massiv verändern werden: Die Werkstatt im Jahre 2020 wird mit der von 2009 nur noch wenig Ähnlichkeit haben!
Allerdings gibt es auch etwas, was sich kaum geändert hat: Die Anerkennung unserer Arbeit durch unsere Arbeitgeber und die Gesellschaft.
Man sieht in uns immer noch die "Barmherzigen SamariterInnen", die sich aufopfernd und für Gotteslohn um die kümmern, die in unserer Gesellschaft "im Schatten stehen".
Und während sich um uns herum alles verändert, weist unser Gehaltszettel ein erstaunliche Kontinuität auf: Ausser der Tatsache, daß wir unser Geld seit einigen Jahren in Euro und nicht mehr in DM erhalten und der Tarifvertrag TVöD und nicht mehr BAT heißt, hat sich hier - was die Höhe der Gehälter angeht - nur wenig geändert. Hier besteht auch ganz enormer Änderungsbedarf - und ein guter Abschluss der Verhandlungen über die TVöD-Entgeltordnung mit der Eingruppierung der FAB in die EG 10 wäre hier ein erster richtiger Schritt. Damit würden auch viele meiner KollegInnen sehen, daß sich ver.di um sie kümmert und uns nicht vergessen hat.

Clemens Selzer
geschrieben am Mittwoch, 18.03.2009
um 21:18 Uhr

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